Bildkorrekturen 2017 – Fashion & Development

English

Fashion is an international business. Megatrends from megacities like Paris, New York or London are spreading via digital and social media in the whole world. But who is producing our everyday clothes and shoes? Under which conditions?

The textile and garment industry itself moved very early to low wage countries because of high labour intensity of its production – with all the advantages and disadvantages of globalization. The production cycle for basics like t-shirts and jeans start with raw materials such as cotton. It’s very often cultivated and manufactured in Asia and Africa – with a heavy impact on environment and people. The price competition forces the production plants to go to even poorer countries with even lower wages. The same destinations are flooded with second hand clothes from western countries. Recycling industry has a high impact on local markets in Africa. On the other hand, the fashion production industry is an opportunity to give people low educated jobs, and to force industrialisation and development.
When the Rana Plaza building in Bangladesh collapsed in 2013, more than 1000 people died. Only when big disasters occur, does the general -public become aware of the conditions. As the freedom of press is not so common in production countries it is not always possible to read such news. Local and international journalists have difficulties in doing proper research.

“Made in Europe” is not a guarantee for sustainable and fair production. Even in Europe, in countries such as Italy and Rumania low wages and critical working conditions exist. Solutions can not only be found in production countries: Western countries have to think about their attitude towards consumerism, and build innovative design strategies like cradle-to-cradle or create better frame conditions.

Consumers can force the development in claiming their rights for information and transparency.
The conference “Bildkorrekturen” for young journalists is going to focus on the the positive and negative issues of the globalized fashion- and textile industry. Welcoming guests from Uzbekistan, Albania, Uganda or Rumania as well as guests from Western Europe. The keynotes will show the global context and local experts will highlight the situation in their countries. Journalists who are regularly reporting on development issues will report about their job experience.

In addition to the question of “Fashion & Development and its’ coverage in the media, this year’s conference is going to discuss the impact of our own consumer behavior. Students will be able to get ideas for their own international research.

“Bildkorrekturen” is an annual, international conference on one aspect of North-South-coverage. It brings together students, journalists, foreign correspondents and experts on development cooperation, thus closing the gap between academic studies and working experience.

Deutsch

Internationalität ist ein Kennzeichen der Modebranche: Trends aus den großen Metropolen wie Paris, New York oder London verbreiten sich blitzschnell über digitale und soziale Medien in den letzten Winkel der Welt. Doch wer fertigt eigentlich die Kleidung und die Schuhe, die wir tagtäglich tragen? Und unter welchen Bedingungen?

Da die Modeproduktion arbeitsintensiv ist, verlagerte gerade die Textil- und Bekleidungsindustrie schon früh ihre Produktion in Niedriglohnländer. Sie steht exemplarisch für die GlobalisierungUnter Globalisierung wird die weltweite Vernetzung zu einem einheitlichen Markt von Ware, Kapital und Dienstleistungen verstanden. Der Prozess der Globalisierung wird insbesondere durch neue Technologien n den Bereichen des Kommunikations-, Informations- und Transportwesens gefördert. Zum Begriff der Globalisierung gehören ebenfalls die Begriffe Global Player, GlobalVillage, Global Governance, Joint Venture, Traide, Vulnerabilität, Sonderwirtschaftszonen, Rentenkapitalismus und Transformation.. Das gilt auch für Baumwolle, der Rohstoff für Basics wie T-Shirts und Jeans. Sie wird in den USA Asien und Afrika angebaut – teilweise mit verheerenden Folgen für Menschen und Umwelt. Der Preis- und Profitkampf lockt internationale Firmen in immer ärmere Länder. Dort landen auch alte Kleider und Schuhe, die Konsumenten in der westlichen Welt nicht mehr tragen wollen. Der „Rohstoff“ Altkleider hat großen Einfluss auf die Märkte in Afrika, Asien und Europa.

Ins öffentliche Bewusstsein gelangen die Zustände oft nur, wenn sich große Katastrophen ereignen. Beim Einsturz des Rana Plaza Gebäudes in Bangladesch wurden 2013 1.135 Menschen getötet und 2.438 verletzt. Dass Nachrichten dieser Art in den westlichen Ländern nicht so präsent sind, ist kein Zufall. Fehlende oder eingeschränkte Pressefreiheit erschwert vorort manchmal die Recherchemöglichkeiten für lokale und internationale Journalisten, ebenso wie eingeschüchterte Beschäftigte, die um ihren Arbeitsplatz bangen. Unabhängige, investigative Berichterstattung gleicht deshalb oft einem schwierigen Balanceakt.

„Made in Europe“ ist kein Garant für ökologisch und menschenrechtlich nachhaltige Produktion. Auch in Europa, mitten in Italien oder Rumänien gibt es Armutslöhne und schlechte Arbeitsbedingungen. Lösungsansätze sind nicht nur in den Produktionsländern zu suchen, sondern vor allem in westlichen Ländern mit verändertem Einkaufsverhalten von Unternehmen, innovativen Designstrategien wie dem Cradle-to-Cradle-Prinzip und klar definierten politischen Rahmenbedingungen. KonsumentInnen können die Entwicklung forcieren, indem sie ihre Rechte auf Information und Transparenz ausüben.

Die entwicklungspolitische Konferenz für (Nachwuchs)JournalistInnen „Bildkorrekturen“ 2017 fokussiert sich auf die positiven und negativen Folgen der globalisierten Mode- und Textilbranche. Gäste aus Ländern wie Usbekistan, Albanien, Uganda und Rumänien kommen ebenso zu Wort wie aus Westeuropa. ExpertInnen führen in den Kontext ein oder stellen die Situation in den Ländern vor Ort dar. JournalistInnen, die sich mit der Vermittlung dieser Themen beschäftigen, berichten über die Spannungsfelder der journalistischen Berichterstattung.

Die Konferenz 2017 „Fashion & Development“ beschäftigt sich mit den Herausforderungen journalistischer Arbeit in diesem komplexen Kontext. Die Studierenden sollen Anregungen für Perspektivwechsel bei ihrer eigenen Recherche im internationalen Umfeld bekommen.

„Bildkorrekturen“ bringt jedes Jahr zu einem Schwerpunktthema Studierende, JournalistenInnen aus den betroffenen Ländern und deutsche AuslandskorrespondentInnen sowie ExpertInnen aus dem Bereich der EntwicklungszusammenarbeitUnter Entwicklungszusammenarbeit wird der gemeinsame Versuch der sogenannten Entwicklungs- und Industrieländer bezeichnet, die weltweiten wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Unterschiede zu überwinden. Entwicklungszusammenarbeit oder auch Entwicklungshilfe umfasst zur näheren Erläuterung die Begriffe Entwicklungsland, Dritte Welt, Least Developed Countries (LDC), Brand Kommission, Brundlandt-Kommussion und Gruppe der 77. über Themen der Nord-Süd-Berichterstattung zusammen, und schließt damit die Lücke zwischen Studium und Praxis.

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