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Zementsack meets Fashion: Von der Baustelle auf die Kleiderstange

Wenn Juliet Namujju nicht auf dem Laufsteg zu sehen ist, läuft sie durch Ugandas Hauptstadt Kampala und sammelt Müll ein. Daraus näht sie mit tauben und gelähmten Menschen neue Kleider. Mit ihrem Label Kimuli Fashion möchte sie sich weltweit für nachhaltige Mode einsetzen.

Sie ist eine echte Fashionista aus Uganda: Juliet Namujju. Die 21-Jährige präsentiert auf ihrer Modenschau auf der Bildkorrekturen-Konferenz in Leipzig nachhaltige Mode: Hippe elektronische Musik tönt aus den Boxen, während die Fashiondesignerin mit strahlendem Lächeln zwischen ihren Models hindurchläuft. Die Kleider in warmen Farben erinnern an afrikanische Mode – erst beim genaueren Betrachten fällt auf, dass in Jacken und Röcken auch alte Zementsäcke eingearbeitet sind.

Juliets Label Kimuli Fashion ist eines von wenigen ugandischen Labels, die auf Upcycling – das Wiederverwerten von Materialien – setzen. Und eines von wenigen, die Menschen mit Behinderung beschäftigen: in ihrem Unternehmen sind es drei von sechs Mitarbeitern.

Aus alt mach neu: Upcycling in der Puppenstube

Juliet erzählt, dass es in Uganda nicht schwierig sei, ein Fashionlabel zu gründen. In ihrem Land gebe es eine große Modeindustrie. Aber bis sie ihren ersten Shop vor zwei Jahren eröffnen konnte, war es ein langer Weg. Juliets Eltern starben, als sie noch ein Kind war, daher wuchs sie bei ihrer Großmutter auf. „Meine Oma war für mich eine große Inspiration“, sagt sie. „Wir hatten kein Geld, um neue Anziehsachen für meine Puppen zu kaufen. Aber meine Oma war Schneiderin und brachte mir schon früh das Nähen bei. Also fing ich an, aus ihren übrig gebliebenen Stoffresten Kleider für meine Puppen zu nähen.“ Juliet kam das erste Mal mit Upcycling in Kontakt und entdeckte ihre Leidenschaft für Mode.

Hier spricht die Designerin über ihre Mode:

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Für viele Ugander sei Upcycling ein Tabuthema: „Die meisten denken, es sei nur eine sinnlose Spielerei und Zeitverschwendung“, erzählt Juliet. „Sie sehen in meinen Klamotten nur Müll. Das sei keine Mode, sagen sie.“

Juliet wuchs in Kampala auf, der Hauptstadt Ugandas. Hier fallen rund 1200 bis 1500 Tonnen Müll täglich an, aber nur etwa 40 Prozent der Abfälle werden eingesammelt. „Wenn du nach Kampala kommst, denkst du sofort: Was ist das für eine Stadt?!“, so Juliet. „Überall liegen Plastikflaschen und Verpackungen herum.“

Umweltbewusstsein und Inklusion: Der Bevölkerung die Augen öffnen

Juliet läuft deswegen mit den Bewohnern Kampalas durch die Straßen und sammelt achtlos weggeworfene Zementsäcke und Tetra Paks ein. Sie möchte die Bevölkerung sensibilisieren – den Menschen zeigen, dass man Müll auch auf eine kreative Art und Weise wiederverwerten kann. Vielleicht würde sich dann auch das Bild von Upcycling-Mode in Uganda ändern, hofft die 21-Jährige. Bisher schätzt Namujju, dass etwa 80 Prozent ihrer Kunden Touristen sind. Die Vermutung liegt nahe, dass dies aber auch an den Preisen liegt: Umgerechnet 75 Euro kostet beispielsweise eine Regenjacke aus Zementsack. Etwas preiswerter sind hingegen Etuis, Armbänder und Ketten: Sie kosten meist weniger als zehn Euro. Jedoch verdient ein Ugander durchschnittlich nur etwa 45 Euro im Monat.

Die Hälfte ihrer Einnahmen kommen aber Menschen mit Behinderungen zugute. Die andere Hälfte werde zur Deckung der Produktionskosten benötigt. Diese waren vor allem zu Beginn sehr hoch, da Juliet spezielle Nähmaschinen anschaffen musste, die an die Bedürfnisse ihrer behinderten Mitarbeiterinnen angepasst sind. Um besser mit ihren tauben Kolleginnen kommunizieren zu können, lernte Juliet in zusätzlichen Kursen die Gebärdensprache.

Weitere Bilder von Juliet

 

„Es war, als würden sie sich selbst hassen.“

„Die Arbeit mit behinderten Menschen liegt mir sehr am Herzen“, sagt Juliet. „Als ich noch sehr klein war, verlor mein Vater bei einem Autounfall beide Beine. Er konnte nicht mehr arbeiten und wurde wegen seiner Behinderung diskriminiert. Er wurde immer pessimistischer und verlor seinen Lebenswillen. Kurze Zeit später starb er.“ Das sei in Uganda keine Seltenheit: Behinderte Menschen würden oft diskriminiert und ihre Behinderung als eine Strafe Gottes angesehen. Teilweise sollen sie sogar von ihren eigenen Verwandten weggesperrt, vor der Öffentlichkeit versteckt oder aus der Familie verstoßen werden. „Behinderte Menschen glauben oft nicht mehr an sich selbst und ihre Fähigkeiten“, sagt Juliet. Zu dieser Erkenntnis gelangte sie, als sie vor wenigen Monaten versuchte, Teilnehmer für einen Näh-Workshop zu gewinnen. Sie zog durch die Dörfer und versuchte, die Menschen direkt anzusprechen. Der Workshop war für Menschen mit Behinderung kostenlos, trotzdem meldete sich kaum jemand an. Erst nach stundenlangem, tagelangem Überzeugen“, so Juliet. „Es war, als würden sie sich selbst hassen. Als würden sie lieber allein sein in ihren Dörfern und niemanden sehen wollen.“

Expandieren und weltweit ein Zeichen setzen

„Ich möchte die Augen der Leute für Menschen mit Behinderungen öffnen – in Uganda und auf der ganzen Welt“, sagt Juliet. „Damit diese Menschen nicht mehr als andersartig angesehen, sondern als ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft akzeptiert werden.“ Ihr Traum sei es, noch viel mehr Menschen mit Behinderung zu beschäftigen und in weitere Länder zu expandieren. Dabei hat sie sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Mehr als 3.000 Menschen möchte sie in Afrika zu einem neuen Lebenswillen verhelfen, indem sie ihnen einen Arbeitsplatz anbietet. Derzeit verkaufe sie ihre Mode in Uganda, Deutschland und Polen. Zukünftig möchte sie auch Märkte in Österreich oder sogar den USA erschließen. Um nicht nur auf dem Bildkorrekturen-Laufsteg ein Zeichen zu setzen, sondern auf der ganzen Welt.

 

„Ignore cheapness – save your money“ Interview with Ed van Hinte

The fashion industry is speeding up. Leading fashion retailers are producing up to 12 collections per year. Fast fashion is flooding the market. The cheaper the better. Ed van Hinte is a Dutch industrial designer and self confessed „consumption critic“. I talked to him about the problems of the fashion system, sustainable fashion concepts, and how to extend the lifespan of our clothes.

What do you think is the most urgent problem with our clothing regarding sustainability?
The whole fashion system is destructive, because of what it does to the environment, the enormous material flow, pricing pressure and low payment for those who do the work.
The most urgent problem is probably the speed of fashion. Fast fashion is cheap, so it maybe should be something even immaterial. An idea is, you go to a shop and dress up and take pictures of yourself and pay for that and then leave.

Without actually buying something?
You would pay because it would change your image. The clothes themselves would be much more expensive because you don’t have to buy them anymore.
The more obvious idea is that fast fashion is no longer made of textiles. We are all wearing clothes made out of fabric, but that could be different. We should make those kinds of clothes out of materials you can throw away with your newspaper, out of easy recyclable materials, that don’t take energy. The fashion industry has to focus on innovation and development. Yesterday, I mentioned the elastic paper material for instance. The paper is developed in the atmosphere of packaging. Clothing is also packaging.

Are there already clothes made out of paper or is that just an idea?
As far as I know there is a machine now, developed this year by GruppoX in Italy for the packaging industry. There are experiments with paper clothes and in 1967 Scotch produced paper dresses that you could buy for one dollar plus two soap coupons. The principle could be translated into fashion, but not as a one-time gimmick. It is good for industries to learn from each other and mix things up.

What do you think about recycling regarding our clothing?
Fast fashion items should be made out of material that can be recycled easily. Also, you can extend the lifespan of your clothes by wearing them longer. Maybe you can wear them for 15 to 20 years. I have clothes like this. These socks I am wearing are 15 or 20 years old. For this purpose, the clothes have to be such good quality that you can recycle them in a responsible way.

You say that we should extend the lifespan of our clothes by wearing them for up to 20 years. How is this compatible with the new trends that are coming up every season and what would the job of a fashion designer would be like?
As a fashion designer, you could design just slow clothes, very comfortable long-lasting winter clothes for instance. You could also decide to get involved in fast recyclable fashion and design new collections every second day.

How does this work for High-end Fashion Brands like Gucci or Chanel?
They are exceptional. These brands are not mass clothing producers and they are quite expensive. So, what happens to those clothes is that they are collected by people who like them very much and keep them for a long time. That is a different story than with the cheap fast fashion clothing. There is no material flow. What these brands should do is put some of their money into the well-being of the people producing their clothes. There is an economic model which is not based on growth. It is called the doughnut economy developed by Kate Raworth. It says basically that the economy is shaped like a doughnut. The ring itself is the optimum quality for people to survive. Inside the doughnut is where the social circumstances are very bad, so you have to reduce that and get the people from there into the doughnut by spending money. Outside the doughnut you find excess and too much waste. So, you also have to spend money to reduce waste, you should rather get an economy of quality than an economy of quantity. As a fashion designer, you can keep an eye on that.

Companies that produce sustainable fashion are mostly not the leading companies in the fashion industry. How can we make big companies like H&M and Zara produce their clothes more sustainably?
They have to be forced. As long as their business is booming they don’t really care. People are not very considerate. They do not think about sustainability or who produced their clothes. You have to find a way to get under their skin. And this is true for consumers as well as for producers. But for producers it is way more difficult. They are focused on sales revenue. But making more money is not always necessarily good for the environment. What they do with the profits should also be a part of their business plan. They have to invest their profits so that they can produce their clothes in a more sustainable way as well as pay fair wages to their workers.

What is your concrete suggestion that is practicable for everybody to make clothes more sustainable?
Ignore Black Friday, ignore special offers, ignore cheap clothes. For instance, I bought these pants I am wearing yesterday. They are from „Brax“ and when I bought them I got a radio with them. I did not expect it, I don’t need it. This is a good example on how they try to speed up fashion. Somehow, we have to stop that, because that’s what people always fall for. Sales and special offers. People sometimes buy just for the sake of buying. They buy it because it’s cheap even if they don’t need it. They don’t think about it and that is the problem. The first step would be ignoring cheapness. Save your money.

Interview mit Textilingenieur Kai Nebel: „Textil-Recycling trägt nicht zur Verbesserung der Umwelt bei“

Kai Nebel ist Textilingenieur an der Hochschule Reutlingen und erforscht, wie Textilien nachhaltiger gemacht werden können. Im Interview spricht er darüber, was er von recycelter Kleidung hält und welche Maßnahmen wirklich helfen würden, den Umgang mit Textilien umweltfreundlicher zu gestalten.

 

Kleidung zu recyceln klingt ja erst einmal nach einer guten Idee. Einige Ketten wie H&M bieten zum Beispiel an, gebrauchte Klamotten in den Laden zurückzubringen und geben dafür Rabatte auf neue Kleidung. Ist das eine gute Idee – oder nur gutes Marketing?

Kai Nebel: Das ist ziemlich gutes Greenwashing. Die verbrennen die Klamotten schließlich, wie jetzt durch die Presse ging. Wirklich recycelt wird die Kleidung also nicht. Zum Teil wird sie auch einfach weiterverkauft. Das ist hauptsächlich ein gutes Geschäft für die Entsorger, und für H&M natürlich auch.

Was soll man dann mit alter Kleidung tun? Ab zur Altkleider-Sammlung, oder doch gleich in die Restmülltonne? Viele haben ja das Gefühl, dass sie ohnehin nichts ausrichten können.

Die Mülltonne ist immer eine schlechte Lösung, denn in der Regel sind die Klamotten noch tragbar. Am besten sind Kleidertauschbörsen, Second Hand oder die Kleidung an Freunde und Bekannte weiterzugeben. Was die Altkleider-Container angeht, sollte man wissen: Etwa 60 Prozent der Kleider werden weiterverkauft. Das ist ein Riesengeschäft. Nur die nicht mehr tragbaren Klamotten, oder bei denen der Aufwand zu hoch wäre, werden zerrissen – um dann zu schauen, was daraus gemacht werden kann. Das ist also kein Recycling, sondern ein Downcycling.

Wie sieht es mit Textilien aus recycelten Materialien aus? Einige Outdoor-Marken verkaufen beispielsweise Jacken aus PET-Flaschen.

Wir haben achteinhalb Milliarden Tonnen Plastik auf der Welt. Da liegt es schon nahe, das als Ressource zu nutzen. Aber es löst das Problem nicht. Klamotten haben wir sowieso zu viel, die nicht getragen oder gar nicht verkauft werden. Warum müssen aus Flaschen oder aus alten Fischernetzen noch Klamotten gemacht werden? Außerdem sind die Recycling-Sachen in der Regel teurer als die aus jungfräulichem Material. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Recycling, aber die Argumentation, die da angeführt wird, trägt nicht unbedingt zur Verbesserung der Umwelt bei.

Wieso sind die recycelten Klamotten denn teurer als die neue Ware?

Man braucht doppelt so viel Maschinen, man braucht Lagerfläche, Logistik –  und der ganze Sortieraufwand. Insgesamt ist ein Produkt aus Recyclingmaterial zwei bis zweieinhalbmal so teuer, also kann es eigentlich nur Marketing sein. Wir haben noch nie so viel über Nachhaltigkeit und Recycling gesprochen, es gab noch nie so viele Nachhaltigkeitsprogramme, Forschungen, Publikationen, und so weiter, und was ist passiert? Wir haben unseren Verbrauch verdoppelt. Man kann also sagen, dass das zu nichts führt.

Wenn das nichts bringt, was muss passieren, um die Textilindustrie wirklich fairer und nachhaltiger zu machen?

Die Subventionierung des Massenkonsums muss aufhören. Ich war in letzter Zeit auf ein paar Veranstaltungen, bei denen es um nachhaltige Entwicklung ging. Der Tenor war, wir sollen weitermachen wie bisher, möglichst viel konsumieren, aber nachhaltig oder zumindest mit gutem Gewissen. Machen Sie das Radio an, dann hören Sie: Der Konsumklimaindex steigt an. Da muss ich mir keine Gedanken machen, ob ich irgendein T-Shirt recycle.

Wie lässt sich dann etwas ändern? Wie kann man selbst dazu beitragen, der Umwelt weniger mit seinen Klamotten zu schaden?

Im Grunde ist es fast egal, was ich für ein Textil habe. Ich muss es nur lang nutzen. Wenn ich das zwanzig Jahre anhabe, ist das zehn Mal nachhaltiger, als wenn ich mir jede Woche irgendwas mit einem Siegel für Umweltverträglichkeit kaufe. Ein Kilo Baumwolltextil braucht dreißig, vierzigtausend Liter Wasser, mindestens ein Kilo Chemikalien, die Energie einer Tankfüllung von einem Kleinwagen plus Arbeitskraft plus Emissionen und Abwasser – dafür, dass ich mir das ein Jahr lang in den Schrank hänge und dann wegwerfe.

Und wenn man doch einmal ein neues Kleidungsstück braucht?

Der beste Ansatz ist erst einmal Second Hand. Und wenn ich dann schon ein Textil kaufen möchte, dann muss ich das bewusst tun. Wenn ich weniger kaufe, kann ich vielleicht auch ein bisschen mehr Geld ausgeben, wobei das keine Garantie für nachhaltige Produktion ist. Dann kaufe ich wenigstens da, wo Transparenz herrscht. Ich persönlich würde raten, kauf bei dem Label, wo du hinfahren kannst. Wo man sich die Produktion anschauen und mit den Leuten sprechen kann. Man muss vernünftig dafür zahlen, und ein gutes Produkt bekommen, das man lange trägt.

Panel 2 (Vormittag): Nachhaltigkeit in der Modeindustrie

 

Was ist nachhaltige Kleidung? Welche Rolle spielen Recycling und Upcycling? Und gibt es noch andere Konzepte? Das ist das Thema der Podiumsdiskussion. Dabei tauschen sich Akteure aus Deutschland und Uganda aus.

Friederike von Wedel-Parlow

Friederike von Wedel-Parlow, Designerin aus Berlin


Friederike von Wedel-Parlow berichtet aus der wissenschaftlichen Perspektive. Sie gründete 2016 das „Beneficial Design Institute“. Das Institut richtet den Blick auf Innovation für einen kulturellen Wandel in der Welt mit positiven Auswirkungen auf ökologische, ethische, soziale und ökonomische sowie kulturelle und ästhetische Ebenen. Als Dozentin für „Sustainable Design Strategies“ leitete sie das Masterprogramm „Sustainability in Fashion“ an der Esmod Hochschule Berlin. Außerdem hat sie ihr eigenes Modelabel und assistierte Vivienne Westwood an der Universität der Künste. Friederike von Wedel-Parlow ist beratende Expertin für „Fashion for Good“ aus Amsterdam, Mentorin bei „Swiss Cultural Entrepreneurship“ und Jurymitglied beim “Bundespreis Ecodesign”.

Martin Wittmann

Martin Wittmann, CEO Wittmann Textilien


Martin Wittmann studierte BWL in München und Halle/Saale und spricht aus unternehmerischer Perspektive. Seine Diplomarbeit schrieb er über ethisch-orientierte Strategien im Recycling Business. Er ist Geschäftsführer des familieneigenen Unternehmens, mit Sitz in Bayern. Die Firma mit über 100 Mitarbeitern steht in 50-jähriger Tradition und hat sich auf gebrauchte Mode und Recycling spezialisiert. Außerdem ist er Beisitzer im Bereich Textil des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung. In seinem Vortrag wird er über das positive Image des (Textil-) Recycling sprechen.

Juliet Namujju

Juliet Namujju, CEO Kimuli Fashion


Juliet Namujju ist 21 Jahre alt und berichtet aus der Perspektive Ugandas. Sie hat das Start Up Kimuli Fashions in Uganda gegründet. Sie beklagt, dass die Gesellschaft in Uganda keinen Sinn für Mülltrennung hat. Aus dem Grund werden große Mengen von Plastik nicht getrennt und verbrannt. Dadurch entstehen giftige Gase, die die Bevölkerung schädigen und zur Erderwärmung beitragen. Kimuli Fashion versucht dem etwas entgegenzusetzen: durch Upcycling von Verpackungen.

Panel 2 (Nachmittag): Nachhaltigkeit in der Modeindustrie

Upcycling, recycling, second hand? Was ist für den nachhaltigen Kleiderschrank die beste Variante? Darüber diskutieren am Nachmittag diese Gäste:

Ellen Köhrer

© Kathrin Harms


Ellen Köhrer ist eine Journalistin und Autorin aus Berlin. Seit 20 Jahren schreibt sie über Nachhaltigkeit in der globalen Textil- und Modeindustrie sowie über Nachhaltigkeitsmanagement und Entwicklungspolitik. Ihre Texte wurden unter anderem von Spiegel Online, enorm und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge veröffentlicht. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf asiatischen Textilfabriken und europäischen fair fashion Designern. Auf der Bildkorrekturen-Konferenz wird sie unter anderem den Einsturz der Fabrik Rana Plaza 2013 thematisieren.

Carolin Wahnbaeck


Carolin Wahnbaeck arbeitet als freie Journalistin für die Süddeutsche Zeitung und den Spiegel. In ihren Texten geht es häufig um Nachhaltigkeit in der Modeindustrie, insbesondere das Gegenüber von fast und slow fashion. Für sie stellt sich Recycling als Mogelpackung dar, weil es vor allem mit Downcycling – einer Qualitätsminderung – einhergeht. Außerdem kritisiert sie die Verschiffung gebrauchter Kleidung nach Afrika aufgrund der Folgen für die dortige Textilindustrie.