Ein Fenster zur Welt Wie Handys Indiens Gesellschaft ein Stück weit gleicher machen. Ein Interview mit dem Politikprofessor Rahul Mukherji.

Die Digitalisierung bringt das rasant wachsende Indien weiter voran. Doch, wie auch in anderen Bereichen, geht das riesige asiatische Land dabei seinen ganz eigenen Weg. Indien, ein Land zwischen Tradition und Moderne, lebt auch in Zeiten der Digitalisierung von der Improvisation. Ein Mann, der die Besonderheiten und die rasante Entwicklung Indiens aus einer persönlichen Perspektive beschreiben kann, ist der Konferenzteilnehmer Professor Rahul Mukherji, der in Heidelberg am Institut für Süd-Ostasien Studien lehrt.

Mukherji ist gebürtiger Inder und verbrachte Teile seiner Studien- und Arbeitszeit in seinem Heimatland. Er ist Indien nicht nur familiär sondern auch wissenschaftlich nach wie vor stark verbunden und forscht intensiv über den Wandel der indischen Gesellschaft im Zeitalter der Digitalisierung. Indien, allgemein als das Land der Programmierer bekannt, hat in den letzten Jahren ein besonderes Verhältnis zu Handys als Zugang zur digitalen Welt entwickelt, da diese in einem nach wie vor teils schlecht entwickelten Land große Vorteile bieten. Mukherji spricht darüber, wie Handys den indischen Wahlkampf beeinflussen, wie selbst Bauern davon profitieren und wieso der indische Handymarkt Wellen bis ins Silicon Valley schlägt.

Die Vereinbarkeit von Kultur und Moderne sowie die Annäherung zwischen Arm und Reich – Indien ist in jeder Hinsicht ein Land im Umbruch. Zu diesem Wandel leisten Smartphones einen großen Beitrag, sie sind handlich, bezahlbar und für Millionen Inder das Fenster zur Welt. Ein kleines Gerät, doch für viele Menschen die große Chance auf eine gleichberechtigte Zukunft durch Teilhabe am alltäglichen Leben.