Landläufige Meinungen In zwei Panels wurde auf den Bildkorrekturen die Zukunft Afghanistans diskutiert: Viele Visionen, dafür wenig Optimismus

Zwei Panels sollten auf der Bildkorrekturen-Konferenz zunächst Klischees über das Land Afghanistan diskutieren. Vertreter aus Medien und Politik Afghanistans traten dabei in den Dialog. Zunächst diskutierten die afghanische Kü̈nstlerin und politische Aktivistin Nahid Shahalimi und die Moderatorin Mariam Sediqi. Die wissenschaftliche Sicht auf die Situation der Medien lieferte Dr. Kefa Hamidi von der Universität Leipzig. Schnell wurde klar: Afghanistan ist ein kompliziertes Land mit einer ungewissen Zukunft. Für Frauen ist das Leben dort besonders kompliziert, dennoch kämpfen einige für ihre Freiheit und das Recht auf Selbstbestimmung – teilweise mit Erfolg. Dies ging aus den Reden der drei Diskussionsteilnehmer hervor. Jeder von ihnen hat eine andere Sicht auf die Zukunft seines Landes.

Negative Artikel, viel Gewalt

Das Interesse des Publikums konzentrierte sich vor allem auf eine der drei Teilnehmerinnen: Nahid Shahalimi. Die Debatte wurde – passend bei einer Veranstaltung zum Thema GenderIm Englischen wird zwischen dem biologischen Geschlecht "Sex", und dem soziokulturellen Geschlecht Gender", unterschieden. Im Deutschen gib es allerdings nur einen Oberbegriff: "Geschlecht". Im Englischen wird zwischen dem biologischen Geschlecht "Sex", und dem soziokulturellen Geschlecht Gender", unterschieden. Im Deutschen gib es allerdings nur einen Oberbegriff: "Geschlecht". Gender“ drückt aus, dass geschlechtsspezifische Zuschreibungen dynamisch und veränderbar sind. Der Begriff geht über die biologische Unterscheidung zwischen Geschlechtern hinaus. Gender“ drückt aus, dass geschlechtsspezifische Zuschreibungen dynamisch und veränderbar sind. Der Begriff geht über die biologische Unterscheidung zwischen Geschlechtern hinaus. – von einer Frau dominiert. Shahalimi faszinierte das Publikum mit ihrem Optimismus für Afghanistan. Ihre zentrale Aussage: „Don’t show afghan women as victims!“ – stellt afghanische Frauen nicht als Opfer dar. Sie zeigte die Geschichten von Frauen, die ein sehr erfolgreiches Leben führen. Die meisten Fragen aus dem Publikum waren an sie gerichtet. Hat Afghanistan überhaupt eine Zukunft? Ja, wenn den Leuten die Möglichkeit gegeben werde, ihr eigenes Leben zu leben, so Shahalimi. Geht es afghanischen Frauen insgesamt nicht trotz allem sehr schlecht? Doch, Afghanistan sei einer der gefährlichsten Orte der Welt für eine Frau, meint die Aktivistin. Was kann der Westen tun, um den Frauen Afghanistans zu helfen? Die westlichen Medien müssten aufhören, ständig negative Artikel über Frauen in Afghanistan zu schreiben. Mariam Sediqi, die dritte Teilnehmerin, teilte den Optimismus von Nahid Shalahimi nicht – dafür habe sie zu viel Gewalt gegen Frauen in Afghanistan erlebt.

Nach dem Panel begaben sich die drei Teilnehmer ins Publikum, um Gespräche mit den Zuschauern zu führen. Am Nachmittag diskutierten Susanne Koelbl, Auslandsreporterin vom Magazin DER SPIEGEL und Shalla Shaiq, die als Journalistin einen Radiosender in Kundus betreibt. Obwohl sich Alltag und Lebensumstände der beiden Frauen sehr unterscheiden, gleichen sich doch ihre Ansichten und Tätigkeiten. Koelbl unternimmt regelmäßig Reisen in den Nahen Osten. Gut nachvollziehbar trug sie Anekdoten aus ihrer dortigen Arbeit als SPIEGEL-Korrespondentin vor. Etwa, wie sie auf ihrer letzten Reise zum ersten Mal eine Burka trug. Im Gespräch mit Moderator Hamidi lieferte sie neue Denkanstöße: Das neue Erstarken der Taliban, erklärte Koelbl, sei Folge der langwierigen bürokratischen Vorgänge im Land. Der Staat könne sich nicht immer durchsetzen, meinte die Journalistin. Fühlten sich Bürger ungerecht behandelt, würden diese sich lieber an die effektiver handelnden Taliban wenden, als an die Regierung. Shalla Shaiq lebt als Journalistin in Afghanistan unter ständiger Bedrohung. Nicht nur, weil es dem Journalismus schlecht gehe: Shaiq ist besorgt, dass so viele, vor allem Junge und talentierte Menschen das Land Richtung Westen verlassen, sich der Taliban anschließen oder sogar in den Fängen des Islamischen Staates landen.

Der Fortschritt ist angekommen

Derzeit leiden die Afghanen unter Anschlägen und einem Wiedererstarken der Taliban. Viele besonders durch Frauen erkämpfte Freiheiten sind wieder stärker bedroht. Wie geht es weiter mit Afghanistan? Welche Zukunft hat das Land? Was wird aus den Frauen, die sich in den letzten Jahren bescheidene Freiheiten erkämpften? Das sind die drängendsten Fragen der Teilnehmer des Panels “GenderIm Englischen wird zwischen dem biologischen Geschlecht "Sex", und dem soziokulturellen Geschlecht Gender", unterschieden. Im Deutschen gib es allerdings nur einen Oberbegriff: "Geschlecht". Im Englischen wird zwischen dem biologischen Geschlecht "Sex", und dem soziokulturellen Geschlecht Gender", unterschieden. Im Deutschen gib es allerdings nur einen Oberbegriff: "Geschlecht". Gender“ drückt aus, dass geschlechtsspezifische Zuschreibungen dynamisch und veränderbar sind. Der Begriff geht über die biologische Unterscheidung zwischen Geschlechtern hinaus. Gender“ drückt aus, dass geschlechtsspezifische Zuschreibungen dynamisch und veränderbar sind. Der Begriff geht über die biologische Unterscheidung zwischen Geschlechtern hinaus. & Gesellschaft“ in Afghanistan. „Die Aussichten sind sehr düster“, sagte Shalla Shaig, die als Frau mit Nargis FM einen Radiosender für Frauen betreibt, „wir haben in den letzten Jahren viele Chancen vertan.“ Einmal gemachte Fortschritte würden immer wieder über den Haufen geworfen, sagte auch Spiegel-Auslandsreporterin Susanne Koelbl. Immer wieder bekam Shaiq Drohungen durch die Taliban. Die Radiostation ist regelmäßig Anschlagsziel: Drei Mal durch Raketenbeschuss und einmal durch einen Selbstmordattentäter. „Wir leben ständig mit der Angst“, konstatiert Shaig. Trotz der Widrigkeiten macht Shaiq mit viel Geduld und auch Trotz weiter: „Man muss in jeder Gesellschaft einmal anfangen, um etwas zu verändern.“

Wie solle eines der ärmsten Länder der Welt in wenigen Jahren eine Entwicklung schaffen, für die die westlichen Gesellschaften Jahrhunderte gebraucht hätten?, fragte Susanne Koelbl. Leider seien bei der Arbeit von Frauen in Afghanistan immer noch die Männer der der Schlüssel, nur durch ihre Akzeptanz sei ein Fortschritt möglich, so die Reporterin. Früher seien die Männer strikt gegen erwerbstätige Frauen gewesen. Inzwischen gäbe es sogar Ehemänner die ihre Frauen für Interviews zum Sender brächten, sagte Shaiq. „Man sieht nicht immer die Hartnäckigkeit der Frauen, aber sie ist da, und sie ist mächtig“, sagte Koelbl, „aber nur dort, wo sie ihre Familien und ihre Männer lassen.“ Heute gäbe es Twitter und Skype, der Fortschritt sei auch in Afghanistan angekommen, urteilte die Reporterin, egal was passiere die Entwicklung der Frauen sei nicht aufzuhalten, denn sie könnten sich inzwischen allein organisieren.

Dunkel und schwarz

Und so war Shalla Shaig, die in ihrer Heimat um ihr Leben fürchten muss, am Ende hoffnungsvoller als ihre deutsche Kollegin. „Ich bin optimistisch“, sagte sie, „die neue Regierung hat zwar unlösbare Probleme zu bewältigen, aber nichts kann so schlimm werden wie die Herrschaft der Taliban.“ Denn die sei nur dunkel und schwarz.