Jugendherberge statt Sternehotel

Reisejournalisten fliegen viel und übernachten in energiefressenden Hotelanlagen. NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren." spielt in ihrem Alltag eine untergeordnete Rolle. Doch kleine Veränderungen der Gewohnheiten könnten das ändern.

Von Kevin Schrein

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Jochen Temsch, Süddeutsche Zeitung (Bild: Björn Sasse)

In einer der reichsten Städte der Welt checkte Jochen Temsch in einer Jugendherberge ein. Der Chef des Reiseteils der Süddeutschen Zeitung wollte seinen Lesern Dubai von seiner bodenständigen Seite vorstellen, ohne Austern, Rolex und Ferrari. Die einzige Jugendherberge der Metropole schien ihm der geeignete Ort dafür.

Temsch traf eine von Liebeskummer geplagte Amerikanerin und fachsimpelte mit einer irakischen Fußballmannschaft, die das Hostel als Trainingszentrum nutzte. Begegnungen wie diese hätte er in einem Luxushotel nicht gemacht, da ist sich Temsch sicher. Und ganz nebenbei hat er damit gezeigt, dass Journalisten auf ihren Reisen NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren." beherzigen können – wenn sie denn wollen.

Eine Gratwanderung

Denn nachhaltiges Reisen im journalistischen Alltag ist eine Gratwanderung. Auf der einen Seite das Bewusstsein für Flora, Fauna und Einheimische. Auf der anderen der Druck des Verlegers und der Reisebranche. Dazwischen balanciert der Journalist. Zu diesem Schluss kamen Studenten der Deutschen Welle Akademie, der Universität Bamberg sowie der Ludwig Maximilians Universität München bei ihrem Workshop zum Thema „Nachhaltiges Reisen im Journalistenalltag“.

Beispiel Reisemittel. Der Journalist aus Deutschland stellt seinen Lesern Hotels zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien vor. Er fliegt hin, recherchiert die Unterkünfte zusammen, landet nach fünf Tagen wieder in der Heimat und hat am sechsten den Artikel im Blatt. Umweltfreundlich ist das nicht.

Fünf-Sterne-Tempel oder Wanderweg

Oder der Redakteur nutzt ein Kreuzfahrtschiff, schippert eine Woche über den Atlantik, recherchiert die Unterkünfte zusammen, schickt den Artikel am zehnten Tag an seine Redaktion und geht nach weiteren sieben in der Heimat von Bord. Mutter Natur hat weniger gelitten, die Geduld des Verlegers dafür umso mehr. Er hat seinem Journalisten den Lohn für rund zweieinhalb Wochen gezahlt und dafür nur eine Geschichte erhalten.

Ein Balanceakt ist auch die Auswahl des Reiseziels. Schreibt der Redakteur über den neuen Fünf-Sterne-Tempel an Frankreichs Küste oder den Berliner Höhenweg in Österreich? Die Wandertour schont Klima und schafft Umsätze bei Hüttenwirten und Dorfbewohnern. Auch der Journalist tut mit dieser Reise etwas Gutes für seine Klimabilanz. Bei Abteilungsleitern und reichen Rentnern dürfte hingegen der Fünf-Sterne-Hoteltest beliebter sein. Sie stellen die Mehrheit der Zeitungsabonnenten und Zuschauern öffentlich rechtlicher Rundfunkanstalten und diktieren dem Reisejournalisten so sein nächstes Reiseziel. NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren." interessiert dabei nicht immer.

Geschrieben wird auf RecyclingRecycling ist das Sammeln und (teilweise) Verwerten von gebrauchten Gegenständen und Materialien als Rohstoffe für neue Produkte. Der Begriff hat seinen Ursprung im Griechischen und bedeutet "Wiederverwertung". Gesetzlich wird erst von "Recycling" gesprochen, wenn der Rohstoff zuvor als "Abfall" eingestuft war, andernfalls handelt es sich um "Wiederverwendung". Der umgangssprachliche Gebrauch des Begriffs Recycling umfasst oft beide Bedeutungen. In der wirtschaftlichen Bedeutung ist Recycling die Rückführung von Produktions- und Konsumabfällen in den Wirtschaftskreislauf.papier

Doch Journalisten können Touristen über nachhaltige Alternativen informieren. Und gerade Reisereporter können diese Ideale auch vorleben, da waren sich die Studenten des Workshops einig. Ein geeignetes Mittel hierfür, bilanzierten die Studenten, ist der Kontakt zur lokalen Bevölkerung. Auf NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren." bedachte Journalisten meiden das Hilton und übernachten bei lokalen Anbietern. Die Hamburger von der internationalen Kette sind gestrichen, stattdessen kommt die Kost der Einheimischen auf die Teller. Das vermeidet lange Transportwege und Klimaschäden. Außerdem bleibt das Geld bei regionalen Unternehmen und damit im Land.

Auch kleine, auf den ersten Blick unbedeutende Dinge können die Reisen eines Journalisten nachhaltiger gestalten. Reporter könnten auf RecyclingRecycling ist das Sammeln und (teilweise) Verwerten von gebrauchten Gegenständen und Materialien als Rohstoffe für neue Produkte. Der Begriff hat seinen Ursprung im Griechischen und bedeutet "Wiederverwertung". Gesetzlich wird erst von "Recycling" gesprochen, wenn der Rohstoff zuvor als "Abfall" eingestuft war, andernfalls handelt es sich um "Wiederverwendung". Der umgangssprachliche Gebrauch des Begriffs Recycling umfasst oft beide Bedeutungen. In der wirtschaftlichen Bedeutung ist Recycling die Rückführung von Produktions- und Konsumabfällen in den Wirtschaftskreislauf.papier schreiben oder mittels Recorder, Tablet oder PC ganz auf Digitaltechnik setzen. Denn mit kleinen Dingen, da waren sich die Studenten einig, beginnen Veränderungen – auch im Alltag eines Reisejournalisten.