„Mit dem Reisewagen durch Frankreich“

Die Nachfrage nach Abenteuerreisen steigt: Im Jahr 2012 verzeichnete der Verband nach eigenen Angaben 114.000 Reisende. Erlebnistourismus setzt sich auch in Deutschland immer mehr durch.

Von Hanna Maier & Oliver Preiß

Foto: Caroline von EichhornIm Internet können Kunden bei Plattformen wie dem forum anders reisen aus 4000 verschiedenen nachhaltigen Reiseangeboten wählen. Auch wenn es umweltfreundlicher ist, auf das Flugzeug bei Reisen zu verzichten, gibt es Angebote auf alle Kontinente der Erde. Die Palette reicht von Mountainbiketouren um den Kilimanjaro bis hin zu Familiensportcamps in der Bretagne.

Und die Nachfrage nach solchen Angeboten nimmt immer mehr zu: Im Jahr 2012 verzeichnete der Verband nach eigenen Angaben 114.000 Reisende. Erlebnistourismus setze sich eben auch in Deutschland immer mehr durch, sagt Petra Thomas.

Nachhaltiges Reisen muss nicht immer teuer sein

Sie ist die Vorstandsvorsitzende des Verbandes, der aus etwa 130 Reiseveranstaltern besteht. Sie haben sich organisiert, um nachhaltiges Reisen zu fördern. NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren." im Tourismus umfasst nicht nur einen ressourcen"Der Begriff kommt aus dem Lateinischen (resurgere – „hervorquellen“) bzw. Französischen (la ressource – Mittel, Quelle). Er bezeichnet im weiteren Sinne alle Mittel, die in die Produktion von Gütern und Dienstleistungen einfließen. Zu den natürlichen Ressourcen zählen zum Beispiel Rohstoffe, Wasser, Boden und Luft. Sie werden unterschieden in regenerierbare (z.B. Wälder) und nicht regenerierbare Ressourcen (z.B. fossile Brennstoffe)."sparenden und umweltschonenden Urlaub, sondern auch einen kulturellen Austausch mit den Menschen am Zielort. Ein Faktor, der beim Thema NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren." oft vergessen wird. Das bringt auch mit sich, dass Reisen sich für alle Beteiligten, hier wie dort, wirtschaftlich lohnen muss. Eine faire Bezahlung der Angestellten im Reiseland ist dabei nur ein Punkt von vielen.

Während einer Podiumsdiskussion zum Thema „Reisefieber! Tourismus als Motor und Risiko für nachhaltige Entwicklung“, hebt Thomas hervor, dass nachhaltiger Tourismus nicht zwangsläufig mit Abenteuerreisen zu historischen Kulturstätten verbunden sein muss. Vielmehr komme es darauf an, sich beim Reisen Zeit zu nehmen und die Umwelt wahrzunehmen. Beispielsweise indem die Urlauber ungewöhnliche Transportmittel wie Frachtschiffe nutzen oder mit dem Zigeunerwagen durch Frankreich gondeln. Bereits beim Buchen sollte man sich über die ökonomischen und ökologischen Einflüsse, die das Reisen mit sich bringt, bewusst sein und beispielsweise mittels Spenden an Umweltorganisationen Ausgleich schaffen.

Jetskiing ist tabu

Um die NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren." der Angebote sicherzustellen, besitzt der Verband einen Kriterienkatalog, dessen Bedingungen die Mitglieder erfüllen müssen, um aufgenommen zu werden. Angebotene Reisen sollen nach Möglichkeit nicht motorisierte Formen der Fortbewegung, wie z.B. Wandern, Radfahren, Stadtspaziergänge etc. beinhalten. Freizeitaktivitäten wie Off-Road-Touren mit Geländewagen, Rundflüge mit Motorflugzeugen oder Jet-Skiing dürfen nicht Bestandteil der Reise sein.

Und dabei ist nachhaltiges Reisen nicht unbedingt teurer als konventionelles Reisen oder Massentourismus, sagt die Vorsitzende. Es kommt lediglich auf die eigenen Ansprüche an, wie Thomas meint: „Das gute Gefühl, eine gute Reise gemacht zu haben, hält längerfristiger an, als der kurze All-Inclusive-Spaß für wenig Geld“. Was man deshalb auf der Website vergeblich sucht, sind Sonderangebote oder Dumpingpreise. Dass die Branche des bewussten Tourismus wächst, lässt erahnen, dass das Reisen mit Bedacht mehr als ein Trend ist.