Brasilien im Sportrausch – die Energieversorgung bei Großereignissen Ein Bericht von Johannes Kirchmeier

Brasilien steht im Sport derzeit im Blickpunkt. Nach der Fußball-WM 2014 finden 2016 die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro statt. Eine Herausforderung auch im Hinblick auf die Energieversorgung.  Kann das Land die stemmen? 
André Schürrle flankt auf Mario Götze. Dessen Brustannahme wird zur eigenen Vorlage. Im Flug spitzelt Götze den Ball mit Links am argentinischen Torhüter Sergio Romero vorbei. Der Ball ist drin. Deutschland ist Weltmeister. Im Juli 2014. In Rio de Janeiro.

Genau dort, wo zwei Jahre später die Olympischen Spiele stattfinden werden. Rio ist im Sportrausch. Doch kommt Brasilien damit klar, wenn die gesamte Welt zu Gast ist? Ein Stromausfall wäre verheerend: Wettkämpfe müssten ausfallen, Journalisten aus aller Welt würden darüber berichten. Olympia ohne Strom? Das gab’s noch nie. Das Land wäre blamiert.

Energieprobleme drohen auch bei Olympia 

„Die Erfahrung der WM in diesem Jahr und den Panamerikanischen Spielen 2007 zeigt, dass Brasilien die Ausrichtung von Großereignissen managen kann“, sagt Thomas Fatheuer, ein Autor und freier Journalist, der zwischen 1992 und 2010 das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Rio de Janeiro leitete. Der 61-Jährige ist zuversichtlich, dass bei der Energieversorgung 2016 alles glatt läuft. Die Belastung für Rio sei jedoch ungleich schwerer als die bei der WM, wo 32 Nationen zu Gast in einem Land waren – und nicht die ganze Welt in einer Stadt.

Und für die Weltstadt am Zuckerhut sind diese Probleme nicht neu: Im November 2009 blieb Rio mehrere Stunden ohne Strom. Ein Unwetter hatte einen Kurzschluss in einer Umspannstation einer Starkstromtrasse ausgelöst. Der zweitgrößte Staudamm der Welt Itaipú schaltete sich ab. „Die TransformationIn der Politikwissenschaft, insbesondere in den Internationalen Beziehungen, bezeichnet die Transformation den Vorgang der grundlegenden Veränderung eines politischen Systems und damit auch die gegebene gesellschaftliche wie wirtschaftliche Ordnung. Dabei beschäftigt sich die Forschung vor allem mit Veränderungsprozessen in Staaten sowohl in die Richtung der Demokratisierung als auch in die Richtung der Ent-Demokratisierung. könnte natürlich ein Problem werden, dann würde Brasilien aber vermutlich den restlichen Strom des Landes nach Rio schicken“, prophezeit Fatheuer.

Kernkraftwerk Angra dos Reis als Notversorger 

Und weil 2016 ein BlackoutUnter einem Blackout versteht man den plötzlichen und ungeplanten meistgrößten Ausfall der Elektrizitätsversorgung. Defekte Kraftwerke blockieren den Stromtransport durch die Netze. . Bei einem langandauernden großflächigen Stromausfall wäre ein infrastrukteller, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Zusammenbruch nicht auf zu halten. Das Auftreten eines Black Outs ist also eine Extremsituation und muss unbedingt verhindert werden. unbedingt vermieden werden soll, wird das einzige Kernkraftwerk des Landes aufgerüstet um im Notfall die Stromversorgung zu sichern. In Angra dos Reis nahe Rio wird im kommenden Jahr noch ein dritter Reaktorblock fertiggestellt.

Die Energieversorgung für die Olympischen Sommerspiele scheint also gesichert. Eine Blamage droht dem Gastgeberland dennoch: Das große Problem sind die Sportstätten. Ob die pünktlich fertig werden, ist noch fraglich: „Die sind sehr viel weiter im Verzug als bei der WM“, sagt Fatheuer. Und da wurden die Arbeiten gerade so fertig. Die Zeit drängt.

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Der Journalist Thomas Fatheuer (l.) im Rahmen des Brasilien-Panels bei den Bildkorrekturen (zusammen mit Delcio Rodrigues (Mitte) und David Vollrath)