Den Medien fehlt Zeit und Geld für gute Energie-Berichterstattung Bericht von Marvin Strathmann

Einseitige Informationen und keine kritischen Nachfragen: Mythen und Vorurteile bestimmen die Energie-Berichterstattung. Eine Webseite will das ändern.

Die Energiewende ist nicht nur für die Politik eine Herausforderung. Auch die Medien haben Probleme damit, die neuen Entwicklungen im Energie-Sektor einzuordnen. Es fehlt an Zeit und Geld, um eine gründliche Berichterstattung zu gewährleisten. Dabei machen die Redakteure vor allem kleine Fehler, die es immer wieder in die Artikel schaffen.

„Mainstream-Medien bleiben an der Oberfläche“

Die Berichterstattung variiert dabei stark. „Es gibt sehr gute Hintergrundberichte, die verschiedene Fassetten abdecken und ein breites Spektrum beleuchten“, sagt Dorit Kristine Arndt. Die 26-jährige ist Hörfunkredakteurin für den MDR und lehrt an der Universität Leipzig.

Doch nicht alle Journalisten berichten kritisch: „In den Mainstream-Medien mit wenig Informationsgehalt findet keine Hintergrundberichterstattung statt und sie bleiben eher an der Oberfläche. Allerdings haben diese Medien auch einen anderen Anspruch.“

Der Klima-Lügendetektor deckt Mythen auf

Die Medien sollen Mythen aufgreifen und Vorurteile beseitigen. Dieses Ziel verfolgt beispielsweise der Klima-Lügendetektor (http://www.klima-luegendetektor.de/). Hier recherchieren Journalisten Pressemitteilungen, Werbeanzeigen und Medienberichte nach und begleiten diese kritisch.

Wenn eine Mercedes-Anzeige von Naturschutz spricht oder Spiegel Online über den Synthesereport des Weltklimarats IPCC berichtet, stellen die Autoren unbequeme Fragen und prüfen die Argumente. Viele Redaktionen haben für diese grundlegenden Aufgaben keine Zeit mehr.

Sparzwänge in den Medien verantwortlich

Das Handwerkszeug des Journalisten entwickelt sich plötzlich zum Luxus. „Es wird auch weiterhin Journalisten geben, die Zeit investieren und viel recherchieren“, so Arndt. „Die Sparzwänge in den Medien machen das aber immer schwieriger.“