„Braucht’s des?“ – Plädoyer für einen unterschätzten Satz Eine Glosse von Moritz Stadler

Kein Satz steht so für die grundsätzliche bayrische Skepsis allem Neuen gegenüber wie die Frage „Braucht’s des?“. Doch auf den zweiten Blick steckt darin wertvolles. Der schlechte Ruf der kleinen Frage „Braucht’s des?“ (frei übersetzt: „Muss das sein?“) rührt sicher von den beiden häufig anschließend verwendeten Zusätzen „Des homma scho immer so g’macht“ (das haben wir immer schon so gemacht) und „Des hot’s no nia gebn.“ (das hat es noch nie gegeben).

Die Einwände stellen die Notwendigkeit einer Änderung in Frage, indem sie auf eine Zeit verweisen, in der man ohne die Innovation vermeintlich sehr gut gelebt habe. Diese Idealisierung der Vergangenheit steckt nicht in der eigentlichen Ausgangsfrage, sie wird dem armen Satz „Braucht’s des?“ häufig einfach unterstellt.

Im Bezug auf das Tagungsthema, einem verantwortungsvollerem Umgang mit Ressourcen"Der Begriff kommt aus dem Lateinischen (resurgere – „hervorquellen“) bzw. Französischen (la ressource – Mittel, Quelle). Er bezeichnet im weiteren Sinne alle Mittel, die in die Produktion von Gütern und Dienstleistungen einfließen. Zu den natürlichen Ressourcen zählen zum Beispiel Rohstoffe, Wasser, Boden und Luft. Sie werden unterschieden in regenerierbare (z.B. Wälder) und nicht regenerierbare Ressourcen (z.B. fossile Brennstoffe).", ist die Frage sogar ein Lösungsansatz: Sich öfter zu fragen, ob Dinge nötig sind.

Ein Porsche Cayenne – Braucht’s des?
Für vier Tage nach New York fliegen – Braucht’s des?
Jeden Tag Fleisch essen – Braucht’s des?

Eigentlich kann jeder diese Fragen für sich persönlich ehrlich beantworten und dabei einige finden, die zu verneinen sind. Damit wäre viel gewonnen.

Autoritäre Ressourcen"Der Begriff kommt aus dem Lateinischen (resurgere – „hervorquellen“) bzw. Französischen (la ressource – Mittel, Quelle). Er bezeichnet im weiteren Sinne alle Mittel, die in die Produktion von Gütern und Dienstleistungen einfließen. Zu den natürlichen Ressourcen zählen zum Beispiel Rohstoffe, Wasser, Boden und Luft. Sie werden unterschieden in regenerierbare (z.B. Wälder) und nicht regenerierbare Ressourcen (z.B. fossile Brennstoffe)."sparmodelle wie „Veggie Days“ oder fleischfreie Tagungen beantworten diese Fragen für andere. Sie unterschätzen die Fähigkeit der Gesellschaft, sich einfach mal zu fragen: „Braucht’s des?“.