How green can we get?

Ein Panelbericht

Panelbericht

Fukushima 2011 – eine Katastrophe. Gleichzeitig aber auch der Auslöser für ein globales Umdenken in Bezug auf erneuerbare Energien. Zwölf internationale Studierende präsentieren Beispiele, wie in ihrer Heimat mit diesem Thema umgegangen wird.

Tagelang kein Licht, kein warmes Wasser, keine Möglichkeit zum kochen – in Deutschland scheint das kaum vorstellbar. In Ländern wie Äthiopien, Indonesien, Ecuador, Tansania oder Syrien gehören solche Szenarien zum Alltag.

Facebook-Post

Einträge wie dieser in sozialen Netzwerken zeigen, wie sehr die Bevölkerung von den ständigen Stromausfällen betroffen ist. Stabilität in der Energieversorgung ist für die Menschen der westlichen Welt selbstverständlich, für die Bevölkerung in den sogenannten Entwicklungsländern ein Thema von täglicher praktischer Präsenz. Doch auch viele Staaten der „Dritten Welt“ versuchen bereits seit einigen Jahren verstärkt, größere Versorgungssicherheit mit neuen Energiekonzepten zu erreichen.

So will etwa die äthiopische Regierung das Versorgungsloch vor allem durch Solaranlagen schließen. In einem Land, das mit dem Slogan „13 months of sunshine“ für sich wirbt, bietet sich das an. Der Handlungsbedarf ist groß, denn aktuell haben nur 17 Prozent der 92 Millionen Einwohner Zugang zur Stromversorgung. Paradox ist, dass bislang 85 Prozent des eigenproduzierten Stroms an Nachbarländer wie den Sudan oder Kenia exportiert werden.

Solche Absurditäten finden sich auch in anderen Ländern. Israel, ebenfalls eines der sonnigsten Länder weltweit, gelang es lange Zeit nicht, sein enormes Potential im Hinblick auf Solarenergie effizient zu nutzen. Dank verbesserter Technologien und dadurch niedrigeren Produktionskosten wird Strom aus erneuerbaren Energien dort mittlerweile fast vollständig mit PhotovoltaikDer Begriff Photovoltaik beschreibt die Umwandlung von Sonnenenergie in Strom mithilfe von Solarzellen. Sie produzieren unter Nutzung des photoelektrischen Effektes Gleichstrom. Dieser wird dann mittels eines Wechselrichters in Wechselstrom umgewandelt und kann so ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Eine Photovoltaik-Anlage kann je nach Hersteller ungefähr 20 Jahre lang Strom produzieren. Ihr Leistungsvermögen ist abhängig vom Wirkungsgrad der Solarzellen. erzeugt. Ausgeschöpft wird das Potential allerdings noch nicht ganz. 80 Prozent der Bevölkerung besitzen eine Thermosolaranlage – gemessen an den durchschnittlich zehn Sonnenstunden am Tag ist dies noch zu wenig.

Im weltweit größten Inselstaat Indonesien besteht aufgrund der geographischen Lage ebenfalls großer Handlungsbedarf. Täglich müssen die rund 5.000 bewohnten Inseln mit Energie versorgt werden. Bislang werden häufig Dieselgeneratoren zur Stromerzeugung eingesetzt, die jedoch insbesondere für entlegene Inseln hohe Transportkosten verursachen. Mangels finanzieller Mittel und technischem Know-How sind diese Inselgruppen daher oftmals nicht ans Stromnetz angeschlossen. Dabei bietet die geographische Lage am pazifischen „Ring of Fire“ ein großes Potential für erneuerbare Energie-Technologien, insbesondere für Hydro- und Solarenergie sowie Geothermiekraftwerke.  Die Regierung arbeitet bereits an verschiedenen Programmen, um vor allem den abgelegenen Inseln künftig eine stabile Energieversorgung bieten zu können.

Erneuerbare Energien können jedoch auch negative Folgen für die Umwelt haben. So werden beispielsweise in Chile für den Bau von Staudämmen, die zwar als eine geeignete Energiequelle angesehen werden, ganze Wälder abgeholzt und Straßen gebaut. Darunter leidet nicht nur das Ökosystem, sondern auch die Bevölkerung, da unter anderem das Trinkwasser verschmutzt wird.

Chile, Äthiopien, Israel und Indonesien zeigen: Die Herausforderungen sind lokal, die Probleme aber global. Die Menschen sind sich der Notwendigkeit zum Handeln bewusst, doch die konkrete Umsetzung scheitert oftmals noch an wirtschaftlichen und politischen Hürden.

Erfahrungsberichte