Energieeffizientes Wohnen in Forchheim Ein Bericht von Mareike Rath

In einer neu erbauten Siedlung in der oberfränkischen Stadt Forchheim wird ein modernes Nahversorgungskonzept umgesetzt, das mithilfe von Bioerdgas eine ganze Siedlung sowohl mit Ökostrom, als auch mit Wärme versorgt.

Der Traum vom energieeffizienten Wohnen – für die Bewohner der 2013 fertig gestellten Siedlung „Wohnen am Stadtpark“ in der Forchheimer Innenstadt ist er wahr geworden. Denn die 48 Ein- und fünf Mehrfamilienhäuser werden nicht mit fossilen Brennstoffen sondern mit Bioerdgas versorgt, das im Gegensatz zu fossilen Energieträgern, wie Erdgas, aus organischen Stoffen gewonnen wird und nicht mithilfe von Bohrungen gefördert werden muss. Die Idee, die neue Siedlung mit erneuerbaren Energien zu versorgen, stammt von den Stadtwerken Forchheim. Mit vielen Projekten leisten die Stadtwerke schon lange ihren Beitrag, um eine energieeffiziente Versorgung in der Stadt und damit die Energiewende umzusetzen. So werden von den Stadtwerken beispielsweise mehrere Energie-Tankstellen in Forchheim betrieben und der Ausbau von PhotovoltaikDer Begriff Photovoltaik beschreibt die Umwandlung von Sonnenenergie in Strom mithilfe von Solarzellen. Sie produzieren unter Nutzung des photoelektrischen Effektes Gleichstrom. Dieser wird dann mittels eines Wechselrichters in Wechselstrom umgewandelt und kann so ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Eine Photovoltaik-Anlage kann je nach Hersteller ungefähr 20 Jahre lang Strom produzieren. Ihr Leistungsvermögen ist abhängig vom Wirkungsgrad der Solarzellen.-Anlagen sowie die Modernisierung von Heizungsanlagen aktiv unterstützt.

Das Bioerdgas, mit dem die Häuser beheizt werden, kommt allerdings nicht als Rohstoff in der Natur vor, sondern muss zunächst aus BiomasseBiomasse bezeichnet die Gesamtheit aller organischen, also natürlichen, Materialien in einem Ökosystem. Sie ist demnach die Summe aller Lebewesen, auch der abgestorbenen, und deren Stoffwechselprodukte. gewonnen werden. Die Stadtwerke Forchheim sind deshalb zu einem Sechstel an der BiogasBiogas ist eine erneuerbare Energiequelle, die aus lokalen Ressourcen produziert wird. Es entsteht unter Sauerstoffabschluss (anaerob) durch die mikrobiologische Zersetzung von organischen Materialien, die Proteine, Fette oder Kohlenhydrate enthalten. Biogas ist ein brennbares, grundsätzlich nicht giftiges Gas, mit einem Methangehalt zwischen 50 und 75 Prozent. Weitere Bestandteile sind Kohlenstoffdioxid (25 bis 45 Prozent), Wasserdampf (zwei bis sieben Prozent), Sauerstoff und Stickstoff (jeweils unter zwei Prozent), sowie Ammoniak, Wasserstoff und Schwefelwasserstoff (jeweils unter ein Prozent). Biogas kann in Elektro- und Wärmeenergie umgewandelt werden.anlage in Eggolsheim, wenige Kilometer vom Stadtgebiet Forchheim, beteiligt. Dort wird die BiomasseBiomasse bezeichnet die Gesamtheit aller organischen, also natürlichen, Materialien in einem Ökosystem. Sie ist demnach die Summe aller Lebewesen, auch der abgestorbenen, und deren Stoffwechselprodukte. zu BiogasBiogas ist eine erneuerbare Energiequelle, die aus lokalen Ressourcen produziert wird. Es entsteht unter Sauerstoffabschluss (anaerob) durch die mikrobiologische Zersetzung von organischen Materialien, die Proteine, Fette oder Kohlenhydrate enthalten. Biogas ist ein brennbares, grundsätzlich nicht giftiges Gas, mit einem Methangehalt zwischen 50 und 75 Prozent. Weitere Bestandteile sind Kohlenstoffdioxid (25 bis 45 Prozent), Wasserdampf (zwei bis sieben Prozent), Sauerstoff und Stickstoff (jeweils unter zwei Prozent), sowie Ammoniak, Wasserstoff und Schwefelwasserstoff (jeweils unter ein Prozent). Biogas kann in Elektro- und Wärmeenergie umgewandelt werden. verarbeitet und dann in der  sogenannten Erdgasübernahmestation zu Bioerdgas aufbereitet, das dann in das vorhandene Erdgasnetz der Stadt Forchheim eingespeist wird. In einem  Blockheizkraftwerk, das in der Tiefgarage der Siedlung steht, wird aus diesem Bioerdgas Ökostrom erzeugt, der nahezu vollständig in der Siedlung genutzt wird. Da das Blockheizkraftwerk mit dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeitet, kann auch die Abwärme genutzt werden, die bei der Stromproduktion entsteht. Die Abwärme fließt dann zu 100 Prozent in das Heizungssystem der neuen Gebäude. „Mithilfe dieser Technik können bis zu 400 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Außerdem werden knapp 340.000 kWh Ökostrom erzeugt, das entspricht ungefähr dem Verbrauch von 80 Drei-Personen-Haushalten im Jahr. Der Strom kann dann aufgrund der Produktion vor Ort mit geringen Verlusten ins Stromnetz eingespeist werden,“ erklärt Matthias Höll, Energieberater der Stadtwerke Forchheim.

Blockheizkraftwerk © Stadtwerke Forchheim GmbH

Blockheizkraftwerk © Stadtwerke Forchheim GmbH

Und das Projekt hat Vorbildfunktion: Für das innovative Energiekonzept bekam die EFG Erdgas Forchheim GmbH, deren Mehrheitseigentümer die Stadtwerke Forchheim sind, den Preis der deutschen Gaswirtschaft für Innovation und Klimaschutz von der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. verliehen.