Es gibt einen Weltverbesserungsplan – und keiner weiß davon Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen stehen für eine bessere Welt. Doch in den Medien finden die 17 Ziele kaum Erwähnung. Warum ist das so?

Von Tasnim Rödder & Benedikt Dietsch

Das Gebiet von der Gansevoort Street bis zur 30. Straße in New York stellt eine Besonderheit dar. Nicht nur für New Yorker*innen, die im anliegenden High Line Park auf alten Eisenbahngleisen spazieren gehen. Oder für Rollstuhlfahrer*innen, die den Park dank einiger Aufzüge ebenfalls nutzen können. Sondern auch für die deutsche Berichtserstattung. 2011 berichtete Spiegel Online über den High Line Park, vor acht Jahren. Und doch stößt man immer noch auf den Text, wenn man nach dem Stichwort „Barrierefreiheit“ in dem Archiv der Süddeutschen Zeitung sucht. Denn es sind überraschend wenige Artikel, die dort auftauchen. Und nur ein kleiner Teil handelt primär von Barrierefreiheit.

 

Dabei ist das Thema Teil eines größeren Plans, des größten internationalen Plans zur Weltverbesserung: der Sustainable Development Goals (SDGs), den Zielen für nachhaltige Entwicklung, 2015 beschlossen von allen 193 Staaten der Vereinten Nationen. 17 Ziele gibt es, jedes einzelne soll die Welt zu einem besseren Ort machen: Gleichheit, Gerechtigkeit, NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren.". Nummer 11 fordert sicheren und bezahlbaren Wohnraum für alle. Verschiedene Unterziele konkretisieren, was das heißt. Das Siebte lautet: „By 2030, provide universal access to safe, inclusive and accessible, green and public spaces, in particular for women and children, older persons and persons with disabilities.” Die Aufzüge im High Line Park sind also Teil einer globalen Strategie – wären sie nicht vor dem Plan entstanden. Die SDGs stammen von 2015, der Spiegel Text erschien 2011. Das heißt: Sie konnten gar nicht in dem Spiegel-Text zum High Line Park auftauchen. Doch auch 2015 bis 2019 erscheinen die NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren."sziele kaum in der Berichterstattung, ähnlich wie die anderen 16 Ziele. Es existiert zwar ein Plan der Vereinten Nationen, wie die Welt verbessert werden könnte. Doch niemand erfährt davon.

 

Das ist überspitzt, klar. Es gibt durchaus Menschen, die davon wissen. Nur sind sie nicht sehr zahlreich: Die Unternehmensberatung für NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren." Schlange & Co. hat dieses Jahr in Zusammenarbeit mit der Yale University eine Studie durchgeführt, in der sie unter anderem untersuchten, wie bekannt die SDGs überhaupt sind. 26.000 Personen aus 174 Ländern befragten sie dafür. Das Ergebnis: Weniger als die Hälfte der Menschen hat überhaupt schon einmal etwas von den NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren."szielen gehört. Der tatsächliche Anteil könnte sogar noch niedriger sein. In einer Kontrollgruppe von zufällig ausgewählten Personen waren es lediglich 16 Prozent, die die SDGs kannten – obwohl etwa drei Viertel der Befragten überdurchschnittlich gebildet sind.

 

Auch eine Befragung in Frankreich, durchgeführt von der University College London und der Birmingham University, deutet darauf hin, dass kaum jemand über den Weltverbesserungsplan der Vereinten Nationen Bescheid weiß. Zwar gaben 40 Prozent der 6.000 Befragten an, dass sie schon einmal von den NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren."szielen gehört haben. Doch nur neun Prozent der Menschen teilten mit, dass sie wissen, was das sei. Für Deutschland, Großbritannien und die USA existieren ähnliche Zahlen.

 

Die Studie von Schlange & Co. zeigte noch etwas anderes: Die meisten Menschen waren sich – auch wenn sie nicht wussten, dass so etwas wie die SDGs existieren – durchaus vieler Probleme bewusst, welche mittels der NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren."sziele behoben werden sollen. Die SDGs, welche die Personen als am wichtigsten einstuften, waren Ausbildung (SDG 4), Gesundheit (SDG 3) und Klima (SDG 13). Der Zugang zu öffentlichem Raum kommt in der Liste nicht vor. Warum ist das so?

 

Eine Erklärung könnte sein, dass das Thema die Menschen einfach nicht beschäftigt. Gerade Barrierefreiheit und Inklusion ist ein Thema, das kein breites Publikum erreicht, da es nur die Lebenssituation einer Minderheit tangiert. Und noch ein Faktor spielt eine Rolle: „Menschen interessiert oft das, was sie in den Medien sehen oder lesen“, sagt Markus Behmer, Kommunikationswissenschaftler an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Doch das Ganze sei ein Kreislauf: Man könne Menschen für Themen wie Barrierefreiheit begeistern, indem man mehr darüber berichte. „Doch das passiert nicht, denn Themen, die das SDG 11.7 betreffen, sind meist klassische Nahraumthemen“, sagt Behmer. Damit meint er: Wenn, dann werde lokal darüber berichtet, da es kein breites Publikum interessiere. Für überregionale Medien oder gar die Auslandsberichterstattung sei das Thema „nicht so catchy.“

 

Warum berichten Medien wenig über Themen wie Barrierefreiheit?

 

Aus der Kommunikationswissenschaft wissen wir, dass Medien über Themen berichten, wenn gewisse Nachrichtenfaktoren gegeben sind. Wenn beispielsweise eine Person der Elite als Akteur auftritt, ein Politiker, bekannter Musiker oder Fußballspieler etwa. Wenn sich eine Katastrophe ereignet, ein starker Konflikt existiert, etwas Schreckliches oder zumindest Außergewöhnliches passiert. Der Zugang zu öffentlichen Plätzen für alle Menschen erfüllt diese Nachrichtenfaktoren kaum. Meist taucht das Thema nur auf, wenn irgendwo etwas Ausgefallenes unternommen wird, um einer bestimmten Personengruppe Zugang zu einem öffentlichen Platz zu verschaffen. Oder es taucht am Rande auf, wie in dem Artikel zum High Line Park, in dem nebenbei erwähnt wird, dass dieser barrierefrei gestalten werden soll. In Zusammenhang mit dem NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren."sziel 11.7 der Vereinten Nationen wird es so gut wie nie gestellt.

 

Dieser Umstand lässt sich auch auf die anderen Ziele übertragen. Über Naturkatastrophen, Klimawandel oder auch Ausbildung berichten deutsche Medien häufiger – das zugehörige NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren."sziel wird dabei kaum erwähnt. Dafür mag es gute Gründe geben. Ist es zum Beispiel für die*den Leser*in relevant, wenn in einem Bericht zu sozialem Wohnungsbau erfährt, dass dies in Einklang mit dem NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren."sziel 11 steht? Nein.

 

Doch stellt man diesen Umstand in einen größeren Kontext, gewinnt er an Brisanz. In diesem Jahr veröffentlichte die Bertelsmann-Stiftung eine Studie, in welcher der Vereinten Nationen in puncto SDGs ein ernüchterndes Zeugnis ausgestellt wurde. „Was als historischer Gipfel begann, könnte als reines Lippenbekenntnis enden“, schreibt dazu Christian Kroll, Studienleiter der Stiftung. Die meisten Länder hinken nach den Erkenntnissen der Studie deutlich hinterher. „Bei vielen IndikatorenIndikatoren sind allgemein Merkmale, die als statische Anzeichen für einen bestimmten Sachverhalt, eine bestimmte Entwicklung oder einen Zustand dienen.  Zu den Indikatoren des Entwicklungsstands von Staaten gehören der Human Development Index (HDI), Ausländische Direktinvestitionen (ADI), die Handelsbilanz, das Bruttoinlandsprodukt (BIP), das Bruttonationaleinkommen (BNE) sowie die Kaufkraftparität (KKP) beziehungsweise die "purchaising power Party in US-Dollar" (ppp). besteht die Gefahr, die Ziele komplett zu verfehlen“, heißt es in der Studie.

 

Welchen Beitrag könnten Medien leisten, um das zu verhindern?

 

Markus Behmer hat eine Idee. Wenn mehr Menschen von den SDGs wüssten, stünden die Chancen besser, dass die Ziele auch umgesetzt würden. Da reine Berichterstattung zu den einzelnen Zielen sehr abstrakt und trocken sei, schlägt Behmer einen anderen Weg vor. „Es wird ja oft über Themen berichtet, welche die SDGs betreffen“, sagt er. „Wenn Medien hier öfter dazuschreiben, welche SDGs zu einem gewissen Thema gehören, können sich die Menschen besser etwas darunter vorstellen.“

 

 

 

Quellen:

https://www.globalsurvey-sdgs.com/wp-content/uploads/2019/10/Sustainable-Solutions-Barometer-2019_ENG_web-1.pdf

https://www.globalsurvey-sdgs.com

https://www.spiegel.de/reise/staedte/high-line-park-in-new-york-gruene-schneise-im-grossstadtdschungel-a-767965.html

https://www.sdgindex.org