NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren." ist mehr als ein Trend. NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren." ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Foto: Stijn Swinnen

„Wir müssen alle an einem Strang ziehen“

Was denken die Expertinnen und Experten von „Bildkorrekturen 2019“ über die SDGs? Vor allem das SDG 11, nachhaltige Städte und Gemeinde, liegt ihnen am Herz. Essenziell für die Verwirklichung nachhaltiger Entwicklungsziele neben der globalen vor allem die lokale Zusammenarbeit. | Von Matthea Brenneis, Moritz Lanny und Melanie Stelzl

Thuy Nguyen

Thuy Nguyen ist eine entschlossene Frau. Der Plan hinter ihrer Vision ist klar erkennbarSie hat es sich zur Aufgabe gemacht, etwas zu verbessern. Selbst mit anzupacken  wo sie auch helfen kann. Angesprochen auf das ihrer Meinung nach wichtigste SDG hat sie eine klare Meinung: Alle Ziele sind wichtig und müssen parallel umgesetzt werden, um eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Aber SDG Nummer 11 – die Entwicklung nachhaltiger Städte und Gemeinden – hat für sie oberste Priorität, da an diesem Punkt das Erreichen anderer Ziele anknüpft. Und Frau Nguyen hat auch einen konkreten Plan, wie dieses Vorhaben umgesetzt werden könnteSie spricht von einem Parallelprozess, der vonstattengehen muss: Topdown und bottomup gleichzeitig – es benötige einerseits ein institutionelles System, welches innovative Ideen auch in die Tat umsetzen kann, andererseits seien solche Projekte auch nur mit lokalen Fürsprechern und einer motivierten Bevölkerung, die keine Veränderungen scheut, möglich. Die Bürger müssein ihren Vorhaben bestärkt und unterstütz werden, damit sie die Zukunft eigenständiger und selbstbestimmter planen können. Dafür benötigen selbstverständlich auch die Gemeinden, Städte und Regierungen mehr Freiheiten und Handlungsspielraum, um Teilziele unabhängig erreichen zu können. 

Dass die Implementierung von NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren."sstrategien funktionieren kannverdeutlicht Frau Nguyen anhand dreier Beispiele. Erstens nennt sie die erfolgreiche Einführung von E-Governmenteine Vereinfachung und Durchführung von Prozessen zur
Information, Kommunikation und Transaktion innerhalb und zwischen staatlichen
kommunalen und sonstigen behördlichen Institutionen, sowie zwischen diesen Institutionen
und Bürgern bzw. Unternehmen durch den Einsatz von digitalen Informations- und
Kommunikationstechnologien.
 in Teilen Vietnamswodurch die Kommunikation und Umsetzung von Ideen zwischen Regierung, kommunalen Institutionen und den Bürgern vereinfacht wird. Als zweites führt sie den Aspekt des Umweltmanagements auf, was zu einem Austausch der Städte mit lokalen Gemeinden und deren Integration in das Gesamtsystem führt. Außerdem gefällt ihr, dass viel dafür getan wird, öffentliche Plätze so zu gestalten, dass diese einen willkommenen Ort für alle Bürger darstellen und somit das Gemeinschaftsgefühl stärken – im Einklang mit der Natur. 

Zur Person: 2018 erhielt Thuy Nguyen ihren Doktortitel und arbeitet nun seit etwa 15 Jahren an internationalen Projekten mit, um Stadtverwaltungen bei der Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen und der Förderung nachhaltiger Stadtentwicklung zu unterstützen. 2018 beteiligte sich Frau Nguyen an dem vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit finanzierten Projekt V-LED, das emissionsarme Entwicklungsstrategien in die lokale Planung einbezieht. 2019 war sie Co-Autorin eines von der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Vietnam finanzierten Berichts über Best Practices der teilnehmenden Stadtverwaltung in Vietnam. Die vietnamesische Regierung hat die Ziele der nachhaltigen Entwicklung nationalisiert (VSDGs) und versucht, sie durch ein Plansystem umzusetzen. Obwohl sie bereits einige Erfolge vermeldete, bleiben viele Herausforderungen bestehen. Momentan arbeitet Frau Nguyen als Projektkoordinatorin für das Projekt zur Verbesserung der kommunalen Abfallentsorgung (VnSWM-Projekt). Thuy Nguyen:

Philipp Abresch

Philipp Abresch nimmt uns mit auf eine Reise nach Asien. Dort war er zehn Jahre Korrespondent für die ARD und hat aus nächster Nähe Erfahrungen gesammelt, die eigentlich auf ein größeres Bewusstsein für die Implementierung (zumindest einiger) der SDG’s hindeuten sollten. Er spricht davon, dass vor allem in Asien Naturkatastrophen wie Wirbelstürme, Erdrutsche oder Überflutungen in den Medien allseits präsent sind. Dies seien unter anderem die Folgen von nicht nachhaltigem Lebenswandel, Politik und Wirtschaft – doch der Schritt, Naturkatastrophen mit dem menschengemachten Klimawandel zu verknüpfen, werde in den betroffenen Ländern schlichtweg zu selten gemacht. Es fehle an Sensibilität, solchen Fakten ins Gesicht zu blicken. Nicht nur im Hinblick auf Klimafragen oder Umweltverschmutzung, auch in anderen Bereichen wie dem Tierschutz oder dem Wandel hin zu einem weniger zerstörerischem Tourismus mangelt es an Weitsicht und Zugeständnissen, von nachhaltigem HandelnDie Medienberichterstattung sei in dieser Hinsicht definitiv verbesserungswürdig, Probleme werden teilweise immer noch unter den Tisch gekehrt und zu selten oder in einem falschen Licht dargestellt. Angesprochen darauf, welche Aufgabe er den Medien zuspricht, um einem positiveren und nachhaltigem Wandel herbeizuführen, hat er eine klare Meinung: Die Verantwortung der Medien darf nicht mit Aktivismus verwechselt werden. Die Aufgabe der Medien ist es über Missstände und deren Ursprung zu informieren, trotzdem liegt es an anderen, Handlungen zu initiieren. 

Zur Person: Philipp Abresch ist Filmemacher und Moderator und arbeitet für den Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Hamburg. In den letzten 10 Jahren war Herr Abresch in Asien stationiert. Er war Büroleiter und Korrespondent der ARD-Büros für Ost- und Südostasien in Tokio und Singapur. Er berichtete unter anderem über die Rothemden-Proteste in Bangkok, die dreifache Katastrophe in Japan und die anhaltende Krise in Fukushima sowie die ersten freien Wahlen in Myanmar. Während dieser Zeit reiste er regelmäßig nach Nord- und Südkorea, nach Taiwan und in ganz Südostasien. Sein Dokumentarfilm „Long Thanh will lächeln“ über einen von Agent Orange betroffenen vietnamesischen Jungen wurde 2016 für einen International Emmy Award nominiert. 2016 wird Philipp Abresch Gründer von Photos of Hope, einem weltweiten Dokumentarfilmprojekt, das junge Menschen mit Einwegkameras dazu ermutigt, Schnappschüsse aus ihrem Leben zu machen und zu teilen.

Philipp Abresch:

Katrin Anders

Katrin Anders ist seit 2013 eine treibende Kraft hinter der Städtepartnerschaft von Wernigerode (Sachsen-Anhalt) und Hoi An (Vietnam). Eine funktionierende Partnerschaft zwischen Städten könne ihrer Meinung nach nur funktionieren, wenn enthusiastische Menschen dahinterstehen, die mit dem Herzen dabei sind. Das müssen nicht zwangsläufig hochrangige Politiker wie der Bürgermeister sein. Auch Personen mit scheinbar weniger Einflusspotential – jeder durchschnittliche Bürger – können etwas verändern. Entscheiden sei, dass Menschen bereit seien, sich mit großem Engagement, über die normalen Arbeitszeiten hinaus, für nachhaltige Projekte einzusetzen. Frau Anders erklärt, dass Projekte wie Städtepartnerschaften wichtig sind, um komplexe und große Aufgaben wie die SDG’s umsetzen zu können. Es funktioniere nur wenn wir alle an einem Strang ziehen und uns ein Bewusstsein für die Bedürfnisse und die Nöte in anderen Teilen der Welt verschaffen.“ Durch die Zusammenarbeit mit Kommunen aus komplett anderen Teilen der Welt werden gesellschaftliche Diskurse und globale Geschehnisse für Bürger und Politiker viel greifbarer. Denn eine persönliche Bindung zwischen Städten wie Wernigerode und Hoi An erzeugt ein anderes Bewusstsein für Problematiken, die in der eigenen Stadt möglicherweise in dieser Form (noch) gar nicht existieren. Katrin Anders erwähnt zudem, dass es nach wie vor Kritiker gibt, die sich für eine sofortige Beendigung der Städtepartnerschaft in ihrer Heimatgemeinde aussprechen. Doch die Zustimmung innerhalb der Bevölkerung beeindruckt sie. Die Bürger beteiligen sich an gemeinsamen Aktionen wie Lampignon-Festivals oder Fotoausstellungen und so zeigt die Bevölkerung, dass der Weg in eine gemeinsame und nachhaltige Zukunft gewollt und möglich ist. 

Zur Person: Katrin Anders arbeitet seit 2014 für die Stadt Wernigerode in Sachsen-Anhalt. Sie betreut im Stadtplanungsamt für Stadtentwicklung und Demografie unter Anderem geförderte Projekte im Bereich städtische Grünflächen und biologische Vielfalt, Klimaschutz und EntwicklungszusammenarbeitUnter Entwicklungszusammenarbeit wird der gemeinsame Versuch der sogenannten Entwicklungs- und Industrieländer bezeichnet, die weltweiten wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Unterschiede zu überwinden. Entwicklungszusammenarbeit oder auch Entwicklungshilfe umfasst zur näheren Erläuterung die Begriffe Entwicklungsland, Dritte Welt, Least Developed Countries (LDC), Brand Kommission, Brundlandt-Kommussion und Gruppe der 77.. So kümmert sie sich auch um die seit 2013 bestehende Städtepartnerschaft mit Hoi An, Vietnam, die 2019 den deutschen NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren."spreis gewann. Gemeinsam verwirklichen die beiden Städte Projekte für Klimaschutz und NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren.", wie zum Beispiel mehrere PhotovoltaikDer Begriff Photovoltaik beschreibt die Umwandlung von Sonnenenergie in Strom mithilfe von Solarzellen. Sie produzieren unter Nutzung des photoelektrischen Effektes Gleichstrom. Dieser wird dann mittels eines Wechselrichters in Wechselstrom umgewandelt und kann so ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Eine Photovoltaik-Anlage kann je nach Hersteller ungefähr 20 Jahre lang Strom produzieren. Ihr Leistungsvermögen ist abhängig vom Wirkungsgrad der Solarzellen.-Anlagen. Bevor Frau Anders nach Wernigerode kam half sie, den Nationalpark Zentrum Kellerwald zu errichten und verwaltete ihn für fünf Jahre. Studiert hat sie Europäische Ethnologie, Biologie und Germanistik an der Universität Freiburg im Breisgau und Glasgow (Schottland).

Katrin Anders:

Khoa Le Trung

Als Khoa Le Trung spricht, hängt die ganze Aufmerksamkeit des Raumes an seinen Lippen. Es ist kaum vorstellbar, mit welcher Leichtigkeit und Lockerheit er über Probleme redet, die für die meisten von uns unbegreifbar sindIn seinem Heimatland politisch verfolgt, in Deutschland unter Polizeischutz stehend, stets mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es Menschen gibt, die ihn hinter Gittern sehen wollen. Doch er ist sich treu geblieben und lebt weiterhin seine Vision vom objektiven Journalismus. Khoa Le Trung spricht Wahrheiten an- und aus, auch wenn ihm das die Freiheit genommen hat, sein Heimatland zu betreten. Doch er sieht es als seine Pflicht an, über Missstände zu berichten, die sonst in der Berichterstattung Vietnams unter den Teppich gekehrt würden, wo es keine Pressefreiheit gibt. Deshalb ist es für ihn besonders wichtig, stets weiter zu berichten, den Einwohnern in Vietnam eine seriöse Informationsquelle zu sein und sich über sein Online-Newsportal „Thoibao.de“ unaufhörlich für die Presse- und Meinungsfreiheit einzusetzen. Auch in Sachen Umweltverschmutzung sieht er in der Medienberichterstattung Vietnams große Defizite. Es sei wichtig, dieses allgegenwärtige Problem zu thematisieren, denn besonders der Vietnam sei aufgrund des starken Wirtschaftswachstums extrem davon betroffen. Dennoch werde darüber in den lokalen und regimetreuen Medien kaum berichtet. Freie Journalisten und Blogger laufen in Vietnam regelmäßig Gefahr, verhaftet zu werden. Trotzdem sei es die Verantwortung der Presse, Menschen auf die Gefahren – die unter anderem aus Umweltverschmutzung hervorgehen – aufmerksam zu machen. 

Zur PersonKhoa Le Trung ist Vietnamese mit einem deutschen Presseausweis. Er schreibt über sensible Themen im Bereich Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in Vietnam, über die in der von der Regierung kontrollierten Medien wenig oder gar nicht berichtet wird. Seine Reportagen basieren auf glaubwürdigen Dokumenten und Zeugenaussagen vor Ort, die als Beweismittel und Quelle dienen, um den Lesern und Zuschauern wahrheitsgemäße Informationen zu vermitteln. Die Online-Zeitung „Thoibao.de“, bei der er sowohl als Reporter als auch als Chefredakteur arbeitet, verzeichnet insgesamt ca. 30 Millionen Klicks pro Monat, davon sind 80% der Leser aus Vietnam.

Khoa Le Trung:

Steffen Bauer

Steffen Bauer erklärt, dass im weltweiten Vergleich die Klimadebatte in Europa vermutlich überdurchschnittlich präsent ist. Aber auch in anderen Regionen werden die Berichte des Weltklimarate(IPCC) wahrgenommendie die Dringlichkeit unterstreichen Veränderungen zu Gunsten des Klimas in Gang zu setzen. Auch wenn in einigen Ländern andere Aspekte als wichtiger empfunden werden, glaubt Herr Bauer, „dass es wenige Flecken auf der Welt gibt, wo das Thema nicht angekommen ist“. Ehält eine Zusammenarbeit von Städten für enorm wichtig, um SDG 11 zu erreichen – vor allem in Ländern, in denen die nationale Regierung eine nachhaltige Entwicklung eher blockiert, als sie voranzutreiben (z.B. in den USA oder Brasilien). Städte seien schließlich oftmals die „Avantgarde“ in ihrem jeweiligen Feld und können als „Zentrum von Innovation“ durch vernetzte Strukturen untereinander große Aufmerksamkeit generieren und individuelle Maßnahmen ergreifen. Wichtig sei jedoch zu beachten, dass sich Städte nicht nur auf ihren schönen Ankündigungen ausruhen dürfen, sondern tatsächlich auch etwas verändern. Steffen Bauer weist ausdrücklich darauf hin, dass es ein Fehler von nationalstaatlichen Regierungen wäreihre eigenen Handlungen einzuschränken, frei nach dem Motto: „Wenn Städte, Zivilgesellschaft und Unternehmen sich darum kümmern, brauchen wir ja nichts mehr tun.“ Vielmehr läge die Verantwortung sowohl bei den Städten als auch bei übergeordneten Regierungen: „Das eine tun, ohne das andere zu lassen: Trotzdem die nationalen Regierungen in die Pflicht zu nehmen, den internationalen Vereinbarungen, die sie getroffen haben, Taten folgen zu lassen.“

Zur Person: Als leitender Wissenschaftler am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik in Bonn forscht Steffen Bauer am Projekt „Umwelt Governance und TransformationIn der Politikwissenschaft, insbesondere in den Internationalen Beziehungen, bezeichnet die Transformation den Vorgang der grundlegenden Veränderung eines politischen Systems und damit auch die gegebene gesellschaftliche wie wirtschaftliche Ordnung. Dabei beschäftigt sich die Forschung vor allem mit Veränderungsprozessen in Staaten sowohl in die Richtung der Demokratisierung als auch in die Richtung der Ent-Demokratisierung. zur NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren."“. Dabei stehen Themen wie internationale Organisation, globale Umweltgovernance und nachhaltige Entwicklung – besonders in Bezug auf die Vereinten Nationen und dem regionalen Fokus auf Afrika – im Mittelpunkt. Bei seiner Forschung spielt die Verknüpfung dieser Themen mit der Agenda 2030 für die Ziele der nachhaltigen Entwicklung eine große Rolle. Der Politikwissenschaftler unterrichtet zudem an der Technischen Universität Darmstadt internationale Beziehungen und publiziert regelmäßig seine wissenschaftliche Arbeit.

Steffen Bauer:

Vera Strasser

Vera Strasser erklärt, dass sie ihren Job aus Überzeugung ausübt. Es beeindruckt sie, dass in vielen Städten aufgrund der unterschiedlichen Herausforderungen vielfältige und kreative Lösungen entstehen. Vom Wohnungsbau bis hin zu nachhaltiger Mobilität – sie sieht enormes Potential darin, dass hilfsbedürftige Städte durch ständige Kommunikation von den Lösungen anderer Kommunen profitieren. Ein konstanter Wissens- und Erfahrungsaustausch untereinander ist für Frau Strasser folglich ein notwendiges Mittel, um die angestrebte Verwirklichung der SDG’s an so vielen Orten wie möglich zu erreichen. Sie ist der Meinung, dass die gestiegene öffentliche Wahrnehmung zur Klimadebatte einerseits Umweltziele deutlich in den Vordergrund rückt. Andererseits sei aber das Bewusstsein dieser Problematik auch ein Faktor, der die Umsetzung der anderen Ziele stärker vorantreiben könne. Denn man dürfe nicht vergessen, dass die Klimathematik nur einen Teil der Agenda der SDG’s abdeckt – andere Ziele dürften deswegen keinesfalls vernachlässigt werden. Es sei möglich, die Aufmerksamkeit für die Klimadebatte zu nutzen, um so auch andere Aspekte der SDG’s in den Mittelpunkt zu rücken. Denn es brauche immer einen Aufhänger, ein Bild, um abstrakte, trockenere Themen anschaulich und greifbar zu machen. Und solche Bilder liefert momentan die Klimathematik. 

Zur Person: Vera Strasser ist ausgebildete Politikwissenschaftlerin und arbeitet seit mehr als zehn Jahren für verschiedene nationale und internationale Organisationen in der EntwicklungszusammenarbeitUnter Entwicklungszusammenarbeit wird der gemeinsame Versuch der sogenannten Entwicklungs- und Industrieländer bezeichnet, die weltweiten wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Unterschiede zu überwinden. Entwicklungszusammenarbeit oder auch Entwicklungshilfe umfasst zur näheren Erläuterung die Begriffe Entwicklungsland, Dritte Welt, Least Developed Countries (LDC), Brand Kommission, Brundlandt-Kommussion und Gruppe der 77.. Momentan ist Frau Strasser Projektleiterin für „Kommunale NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren."spartnerschaften“ bei Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global. Mit diesem Projekt wird der Austausch von Erfahrungen und die Kooperation zwischen deutschen Kommunen und dem Globalen Süden gefördert, um die Agenda 2030 der UN lokal umzusetzen.

Vera Strasser: Ich sehe viel Potential darin, miteinander in Wissens- und Erfahrungsaustausch zu gehen und von guten Beispielen zu lernen.