Interview mit Textilingenieur Kai Nebel: „Textil-Recycling trägt nicht zur Verbesserung der Umwelt bei“

Kai Nebel ist Textilingenieur an der Hochschule Reutlingen und erforscht, wie Textilien nachhaltiger gemacht werden können. Im Interview spricht er darüber, was er von recycelter Kleidung hält und welche Maßnahmen wirklich helfen würden, den Umgang mit Textilien umweltfreundlicher zu gestalten.

 

Kleidung zu recyceln klingt ja erst einmal nach einer guten Idee. Einige Ketten wie H&M bieten zum Beispiel an, gebrauchte Klamotten in den Laden zurückzubringen und geben dafür Rabatte auf neue Kleidung. Ist das eine gute Idee – oder nur gutes Marketing?

Kai Nebel: Das ist ziemlich gutes Greenwashing. Die verbrennen die Klamotten schließlich, wie jetzt durch die Presse ging. Wirklich recycelt wird die Kleidung also nicht. Zum Teil wird sie auch einfach weiterverkauft. Das ist hauptsächlich ein gutes Geschäft für die Entsorger, und für H&M natürlich auch.

Was soll man dann mit alter Kleidung tun? Ab zur Altkleider-Sammlung, oder doch gleich in die Restmülltonne? Viele haben ja das Gefühl, dass sie ohnehin nichts ausrichten können.

Die Mülltonne ist immer eine schlechte Lösung, denn in der Regel sind die Klamotten noch tragbar. Am besten sind Kleidertauschbörsen, Second Hand oder die Kleidung an Freunde und Bekannte weiterzugeben. Was die Altkleider-Container angeht, sollte man wissen: Etwa 60 Prozent der Kleider werden weiterverkauft. Das ist ein Riesengeschäft. Nur die nicht mehr tragbaren Klamotten, oder bei denen der Aufwand zu hoch wäre, werden zerrissen – um dann zu schauen, was daraus gemacht werden kann. Das ist also kein RecyclingRecycling ist das Sammeln und (teilweise) Verwerten von gebrauchten Gegenständen und Materialien als Rohstoffe für neue Produkte. Der Begriff hat seinen Ursprung im Griechischen und bedeutet "Wiederverwertung". Gesetzlich wird erst von "Recycling" gesprochen, wenn der Rohstoff zuvor als "Abfall" eingestuft war, andernfalls handelt es sich um "Wiederverwendung". Der umgangssprachliche Gebrauch des Begriffs Recycling umfasst oft beide Bedeutungen. In der wirtschaftlichen Bedeutung ist Recycling die Rückführung von Produktions- und Konsumabfällen in den Wirtschaftskreislauf., sondern ein Downcycling.

Wie sieht es mit Textilien aus recycelten Materialien aus? Einige Outdoor-Marken verkaufen beispielsweise Jacken aus PET-Flaschen.

Wir haben achteinhalb Milliarden Tonnen Plastik auf der Welt. Da liegt es schon nahe, das als Ressource zu nutzen. Aber es löst das Problem nicht. Klamotten haben wir sowieso zu viel, die nicht getragen oder gar nicht verkauft werden. Warum müssen aus Flaschen oder aus alten Fischernetzen noch Klamotten gemacht werden? Außerdem sind die RecyclingRecycling ist das Sammeln und (teilweise) Verwerten von gebrauchten Gegenständen und Materialien als Rohstoffe für neue Produkte. Der Begriff hat seinen Ursprung im Griechischen und bedeutet "Wiederverwertung". Gesetzlich wird erst von "Recycling" gesprochen, wenn der Rohstoff zuvor als "Abfall" eingestuft war, andernfalls handelt es sich um "Wiederverwendung". Der umgangssprachliche Gebrauch des Begriffs Recycling umfasst oft beide Bedeutungen. In der wirtschaftlichen Bedeutung ist Recycling die Rückführung von Produktions- und Konsumabfällen in den Wirtschaftskreislauf.-Sachen in der Regel teurer als die aus jungfräulichem Material. Ich bin nicht grundsätzlich gegen RecyclingRecycling ist das Sammeln und (teilweise) Verwerten von gebrauchten Gegenständen und Materialien als Rohstoffe für neue Produkte. Der Begriff hat seinen Ursprung im Griechischen und bedeutet "Wiederverwertung". Gesetzlich wird erst von "Recycling" gesprochen, wenn der Rohstoff zuvor als "Abfall" eingestuft war, andernfalls handelt es sich um "Wiederverwendung". Der umgangssprachliche Gebrauch des Begriffs Recycling umfasst oft beide Bedeutungen. In der wirtschaftlichen Bedeutung ist Recycling die Rückführung von Produktions- und Konsumabfällen in den Wirtschaftskreislauf., aber die Argumentation, die da angeführt wird, trägt nicht unbedingt zur Verbesserung der Umwelt bei.

Wieso sind die recycelten Klamotten denn teurer als die neue Ware?

Man braucht doppelt so viel Maschinen, man braucht Lagerfläche, Logistik –  und der ganze Sortieraufwand. Insgesamt ist ein Produkt aus RecyclingRecycling ist das Sammeln und (teilweise) Verwerten von gebrauchten Gegenständen und Materialien als Rohstoffe für neue Produkte. Der Begriff hat seinen Ursprung im Griechischen und bedeutet "Wiederverwertung". Gesetzlich wird erst von "Recycling" gesprochen, wenn der Rohstoff zuvor als "Abfall" eingestuft war, andernfalls handelt es sich um "Wiederverwendung". Der umgangssprachliche Gebrauch des Begriffs Recycling umfasst oft beide Bedeutungen. In der wirtschaftlichen Bedeutung ist Recycling die Rückführung von Produktions- und Konsumabfällen in den Wirtschaftskreislauf.material zwei bis zweieinhalbmal so teuer, also kann es eigentlich nur Marketing sein. Wir haben noch nie so viel über NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren." und RecyclingRecycling ist das Sammeln und (teilweise) Verwerten von gebrauchten Gegenständen und Materialien als Rohstoffe für neue Produkte. Der Begriff hat seinen Ursprung im Griechischen und bedeutet "Wiederverwertung". Gesetzlich wird erst von "Recycling" gesprochen, wenn der Rohstoff zuvor als "Abfall" eingestuft war, andernfalls handelt es sich um "Wiederverwendung". Der umgangssprachliche Gebrauch des Begriffs Recycling umfasst oft beide Bedeutungen. In der wirtschaftlichen Bedeutung ist Recycling die Rückführung von Produktions- und Konsumabfällen in den Wirtschaftskreislauf. gesprochen, es gab noch nie so viele NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren."sprogramme, Forschungen, Publikationen, und so weiter, und was ist passiert? Wir haben unseren Verbrauch verdoppelt. Man kann also sagen, dass das zu nichts führt.

Wenn das nichts bringt, was muss passieren, um die Textilindustrie wirklich fairer und nachhaltiger zu machen?

Die Subventionierung des Massenkonsums muss aufhören. Ich war in letzter Zeit auf ein paar Veranstaltungen, bei denen es um nachhaltige Entwicklung ging. Der Tenor war, wir sollen weitermachen wie bisher, möglichst viel konsumieren, aber nachhaltig oder zumindest mit gutem Gewissen. Machen Sie das Radio an, dann hören Sie: Der Konsumklimaindex steigt an. Da muss ich mir keine Gedanken machen, ob ich irgendein T-Shirt recycle.

Wie lässt sich dann etwas ändern? Wie kann man selbst dazu beitragen, der Umwelt weniger mit seinen Klamotten zu schaden?

Im Grunde ist es fast egal, was ich für ein Textil habe. Ich muss es nur lang nutzen. Wenn ich das zwanzig Jahre anhabe, ist das zehn Mal nachhaltiger, als wenn ich mir jede Woche irgendwas mit einem Siegel für Umweltverträglichkeit kaufe. Ein Kilo Baumwolltextil braucht dreißig, vierzigtausend Liter Wasser, mindestens ein Kilo Chemikalien, die Energie einer Tankfüllung von einem Kleinwagen plus Arbeitskraft plus Emissionen und Abwasser – dafür, dass ich mir das ein Jahr lang in den Schrank hänge und dann wegwerfe.

Und wenn man doch einmal ein neues Kleidungsstück braucht?

Der beste Ansatz ist erst einmal Second Hand. Und wenn ich dann schon ein Textil kaufen möchte, dann muss ich das bewusst tun. Wenn ich weniger kaufe, kann ich vielleicht auch ein bisschen mehr Geld ausgeben, wobei das keine Garantie für nachhaltige Produktion ist. Dann kaufe ich wenigstens da, wo Transparenz herrscht. Ich persönlich würde raten, kauf bei dem Label, wo du hinfahren kannst. Wo man sich die Produktion anschauen und mit den Leuten sprechen kann. Man muss vernünftig dafür zahlen, und ein gutes Produkt bekommen, das man lange trägt.