„Ich arbeite gerne bei KiK“ Interview mit Ansgar Lohmann

Nach dem tragischen Zusammensturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch im Jahr 2013, in der auch „Kik“ produzieren ließ, kam Ansgar Lohmann ins Unternehmen. Er ist unter anderem verantwortlich für die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards sowie den Brandschutz. Im Interview erzählt er von den Herausforderungen seiner Arbeit als Supply Chain Manager.

Wie kamen Sie zum Unternehmen KiK?

Ich bekam vom damaligen Geschäftsführer für das Thema NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren." ein Stellenangebot. Er fragte mich, ob ich im Bereich Supply Chain Management Verbesserungen herbeiführen könnte. Natürlich habe ich das Angebot als reizvolle Herausforderung angesehen. Meine Motivation war, dem Unternehmen zu helfen, die erforderlichen Schritte einzuleiten. Ich arbeite gerne bei KiK.

Was bedeutet für Sie persönlich NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren."?

Für mich bedeutet NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren.", den Menschen in den Mittelpunkt der geschäftlichen Aktivitäten zu stellen. Ökonomisches und gesellschaftliches Handeln sollte miteinander verbunden werden. Um das zu erreichen, kann man für bessere Sozial- und Umweltstandards sowie für Menschenrechte einstehen. Wir als Unternehmen haben sicherlich einen großen Hebel in der Hand, allerdings ist es immer besser, in einer Gruppe aufzutreten. NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren." bedeutet, Humanressourcen"Der Begriff kommt aus dem Lateinischen (resurgere – „hervorquellen“) bzw. Französischen (la ressource – Mittel, Quelle). Er bezeichnet im weiteren Sinne alle Mittel, die in die Produktion von Gütern und Dienstleistungen einfließen. Zu den natürlichen Ressourcen zählen zum Beispiel Rohstoffe, Wasser, Boden und Luft. Sie werden unterschieden in regenerierbare (z.B. Wälder) und nicht regenerierbare Ressourcen (z.B. fossile Brennstoffe)." und Umweltbelange mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens in Einklang zu bringen.

Das sind alles schöne Ideen. Ganz konkret: Wie kann man die Sicherheitsstandards kontrollieren?

Die Installation der Brandschutzgewerke muss in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Die Verabredungen mit den Fabrikanten werden von ihnen nicht immer eingehalten. Es kommt vor, dass das benötigte Equipment nicht eingekauft oder eingebaut wird. Um beispielsweise Feuerschutztürensysteme, Hydrantensysteme, Blitzableiter oder Gebäudestatik zu gewährleisten, müssen wir permanent selber vor Ort sein und uns einen eigenen Eindruck verschaffen. Wir sind regelmäßig vor Ort, da das der beste Weg ist, um die Sicherheit zu überprüfen.

Reisen Sie persönlich auch an die Standorte?

Ja, vier bis fünf Monate im Jahr bin ich im Ausland. Meine Agenda besagt, jedes Beschaffungsland einmal im Jahr aufzusuchen. Ich bereise die Standorte, um zu überprüfen, ob die getroffenen Verabredungen auch richtig eingehalten wurden. Ich muss mir selbst ein Bild über alles machen.

Sicherheit ist ja nur ein Aspekt. Welche Schwierigkeiten begegnen Ihnen beim Gewährleisten der Sozialstandards?

Es ist wichtig zu beachten, nicht der einzige Auftraggeber in einer Fabrik zu sein. Es wäre ideal, wenn es weitere Auftraggeber gäbe, die wiederum ein eigenes Sozialmanagementsystem dort forcieren würden. Mit mehreren Auftraggebern und dem gleichen Anspruch in eine Fabrik zu gehen, vergrößert die Hebelwirkung und die Wahrscheinlichkeit, Veränderungen herbeiführen zu können. In einer Fabrik, in der wir der einzige westliche Auftraggeber sind und in der parallel für Russen, Chinesen und Brasilianer produziert wird, haben wir ein Problem. Diese Auftraggeber interessieren Sozialstandards nicht im gleichen Maß. Für uns ist es gut, wenn westliche Auftragnehmer, also aus Europa, Amerika oder Australien vorzufinden sind. Das sind jene, die das Thema Menschenrechte und Sozialmanagement schon am Weitesten vorangetrieben haben.

Wie weit engagiert sich KiK für den Existenzlohn?

KiK hat sich Anfang 2017 dafür ausgesprochen, in Bangladesch den Mindestlohn um 10 Prozent zu erhöhen. Von jetzt auf gleich. Zusätzlich sind wir im Textilbündnis Mitglied in der Arbeitsgruppe für Sozialstandards und dort geht es um die sogenannten „living wages“. Es ist kein einfaches Thema, zumal wir als Unternehmen nicht sagen können: „Erhöhe doch jetzt einfach mal den Lohn, lieber Fabrikant“. Das Thema living wage ist von vielen Komponenten abhängig. Wir haben die Möglichkeit, den politischen und sozialen Dialog in Gang zu bringen. Wir bestimmen aber niemals das Lohnniveau mit unseren Preisen. Wir unterhalten uns über einen sogenannten Vollkostenpreis, der Material, Fertigung und Profitmarge des Anbieters beinhaltet, darin ist der Lohn enthalten. Lohnsteigerungen würden direkt durchschlagen in Form eines höheren Beschaffungspreises. Lohnpreissteigerungen dürfen nie isoliert von den makroökonomischen Gegebenheiten betrachtet werden, denn sie bedeuten Inflation, höheres Zinsniveau, Verknappung der Kredite und Einschränkung der Investitionstätigkeit. Beide Seiten der Medaille müssen betrachtet werden.

Welches Ziel würden Sie persönlich gerne für KiK erreichen?

Mein persönlicher Wunsch ist, dass sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen in den Betrieben sich nicht mehr fürchten müssen, an ihren Arbeitsplatz zu kommen. Die Betriebe sollen insoweit sicher sein, dass kein Arbeiter einen Brand oder einen Gebäudeeinsturz befürchten muss.

Ist es ein realistisches Ziel oder eher ein Wunsch?

Natürlich ist das ein Wunsch. Optativ gesprochen arbeiten wir ja auch mit anderen Unternehmen zusammen. Das beste Beispiel ist das Brandschutzabkommen in Bangladesch, mit zweihundert Unterzeichnern, die die Gewerke optimieren wollen. In Pakistan sind wir leider noch alleine. Dort haben wir die Initiative selber gegründet. Ich bin positiv gestimmt, dass wir es als Vorreiter-Unternehmen schaffen können und andere Unternehmen ebenfalls dazu bewegen können.