Fashion & Development – Kurzwörterbuch

Die wichtigsten Begriffe der Modebranche kurz erklärt. Für Infos den jeweiligen Begriff anwählen.

Fair FashionGrundsätzlich ist Kleidung dann fair, wenn die Menschen, die sie herstellen, selbstbestimmt agieren, grundlegende Rechte haben, von Ihrer Arbeit leben können und durch diese Arbeit keine gesundheitlichen Schäden davontragen. Geregelte Arbeitszeiten, Rechtssicherheit, Vermeidung von Kinderarbeit und keine Diskriminierung aufgrund von Religion, Rasse oder Herkunft sind die Basis einer fairen Produktion. Die aufwändigere Herstellung fairer Mode hat im Verkauf einen etwas höheren Preis zur Folge.
FairtradeBezeichnet einen kontrollierten Handel, bei dem für erzeugte und gehandelte Produkte ein unterschiedlich festgelegter "Mindestpreis" bezahlt wird. Somit soll den Erzeugern ein sicheres und höheres Einkommen ermöglicht werden. Außerdem werden einzelne langfristige, partnerschaftliche Beziehungen zwischen Erzeugern und Verbrauchern geschaffen. Dabei sollen vorgeschriebene Sozial- und Umweltstandards eingehalten werden.Die Freihandelsbewegung ist heterogen und konzentriert sich hauptsächlich auf die Handelsbeziehungen zwischen Entwicklungs- und Industrieländern. Insgesamt profitieren ca. 1,5 Millionen Landwirte vom freien Handel.
Slow FashionSlow Fashion kann als Gegenentwurf zur Fast Fashion verstanden werden. Unter diesem Begriff sammeln sich verschiedene Ansätze, um den schwer wiegenden Folgen der Fast Fashion Industrie zu begegnen. Nachhaltige Textilproduktion und Second Hand Plattformen zählen ebenso darunter wie der Versuch, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, welche Folgen ständig neu aufkommende Trends auf Menschen und Umwelt haben.
Fast FashionDer Begriff Fast Fashion beschreibt die extreme Dynamik, die die Modeindustrie in den letzten Jahrzehnten erfasst hat. Waren früher zwei Kollektionen im Jahr üblich, so bringen Modehäuser heute bis zu zwölf Kollektionen pro Jahr auf den Markt. Die Hersteller müssen immer schneller produzieren und die Kleidungsstücke verlieren gleichzeitig ebenso schnell an Attraktivität.
Ethical FashionEthical Fashion bezeichnet ein Konzept zur ethisch und ökologisch korrekten Kleiderherstellung. Entscheidend sind die Maßgaben des gemeinnützigen Vereins TransFair (erkennbar am Fairtrade-Siegel). Zu den durch TransFair formulierten Anforderungen an eine ethisch und ökologisch korrekte Textilproduktion gehören beispielsweise garantierte Abnahmepreise für die Erzeuger, humane Arbeitsbedingungen sowie die Verwendung ökologisch angebauter Baumwolle. (Quell: https://www.ethicalfashionforum.com/the-issues/ethical-fashion).
Grüne ModeGrüne Mode beschreibt nachhaltige Produktionsmethoden und -mittel, faire Arbeitsbedingungen und ein bewusstes Konsumbewusstsein. Ein Großteil des Konsumentenpreises soll dabei für die Produktion (Material, angemessene Löhne) sowie umweltverträgliche Handelswege statt für Renditen und Marketingkampagnen aufgewendet werden. / Green FashionGrüne Mode beschreibt nachhaltige Produktionsmethoden und -mittel, faire Arbeitsbedingungen und ein bewusstes Konsumbewusstsein. Ein Großteil des Konsumentenpreises soll dabei für die Produktion (Material, angemessene Löhne) sowie umweltverträgliche Handelswege statt für Renditen und Marketingkampagnen aufgewendet werden."
Fair Fashion GuideDer Fair Fashion Guide bietet VerbraucherInnen eine Hilfestellung für den nachhaltigen Konsum von Mode. Er beinhaltet Informationen zur Textilherstellung, Kleiderpflege, Up-Cycling, Kundenempowerment und zu verschiedenen Umwelt- und Sozialsiegeln. Außerdem präsentieren Models nachhaltige und faire Mode. Das Booklet erschien 2017 und ist einer Online- oder Printversion erhältlich. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstütze das Projekt finanziell. (FFGDer Fair Fashion Guide bietet VerbraucherInnen eine Hilfestellung für den nachhaltigen Konsum von Mode. Er beinhaltet Informationen zur Textilherstellung, Kleiderpflege, Up-Cycling, Kundenempowerment und zu verschiedenen Umwelt- und Sozialsiegeln. Außerdem präsentieren Models nachhaltige und faire Mode. Das Booklet erschien 2017 und ist einer Online- oder Printversion erhältlich. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstütze das Projekt finanziell.)
Fairtrade-TextilstandardMit ihrem Textilstandard will die Organisation TransFair ("Fairtrade") erreichen, dass die Arbeitsbedingungen und Löhne der Arbeiterinnen und Arbeiter in der gesamten Verarbeitungskette der Textilbranche verbessert werden. Dazu hat Faitrtrade ein Textilsiegel entwickelt, das an Textilprodukten von Unternehmen angebracht wird, die sich verpflichten, den Textilstandard zu erfüllen. Zum Siegel gehört jeweils ein kurzer Text, der erklärt, inwieweit das Unternehmen oder die Marke für ihre jeweilige Lieferkette eine Einhaltung des Standards bereits erreicht hat. Verbraucher können so beispielsweise erkennen, ob das Produkt aus einer Lieferkette stammt, in der bereits existenzsichernde Löhne gezahlt werden. Die durch den Standard definierten Anforderungen gelten für alle Stufen der Produktion und der Lieferkette von Textilien. So müssen beispielsweise auch alle Subunternehmen registriert werden und unabhängige Kontrollen zulassen. Der Fairtrade-Textilstandard basiert auf dem Fairtrade-Standard für lohnabhängig Beschäftigte (Hired Labour Standard) und den ILO (Internationale Arbeitsorganisation)-Kernarbeitsnormen. Der Standard formuliert klare Regeln, beispielsweise betreffend existenzsichernden Löhnen, Arbeitssicherheit und Arbeitnehmer-Rechten. (Quelle: https://www.fairtrade-deutschland.de/was-ist-fairtrade/fairtrade-standards/fairtrade-textilstandard-und-textilprogramm.html).
TextilprogrammDurch das Textilprogramm von Fairtrade sollen die Arbeitsbedingungen und Löhne der ArbeiterInnen in der gesamten Verarbeitungskette der Textilbranche verbessert werden. Fairtrade bietet dafür den Fabriken vor Ort ein Unterstützungsprogramm an mit dem sie in den Bereichen Arbeits- und Gesundheitsschutz, Stärkung der Rechte von Arbeiterinnen und Arbeitern, existenzsichernde Löhne und Verbesserung von Effizienz und Produktivität geschult werden. Die fertigen Produkte erhalten später das Siegel "Fairtrade Textile Production".
Global Organic Textile StandardDer Global Organic Textile Standard (GOTS) ist als weltweit führender Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern anerkannt. Er definiert umwelttechnische Anforderungen entlang der gesamten textilen Produktionskette und gleichzeitig die einzuhaltenden Sozialkriterien. Die Qualitätssicherung erfolgt durch eine unabhängige Zertifizierung der gesamten Textillieferkette. (GOTSDer Global Organic Textile Standard (GOTS) ist als weltweit führender Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern anerkannt. Er definiert umwelttechnische Anforderungen entlang der gesamten textilen Produktionskette und gleichzeitig die einzuhaltenden Sozialkriterien. Die Qualitätssicherung erfolgt durch eine unabhängige Zertifizierung der gesamten Textillieferkette.)
bluesign"Mit einem bluesign-Siegel werden Textil-Produkte ausgezeichnet, die möglichst schadstoffarm produziert wurden. Bluesign schließt besonders umweltbelastende Substanzen von Anfang an aus dem Fertigungsprozess aus, legt Richtlinien für den Gebrauch von Chemikalien fest und kontrolliert deren Einhaltung. So soll der gesamte Herstellungsprozess transparent, umweltschonend und das Endprodukt gesundheitlich unbedenklich sein. Der bluesign-Standard beruht dabei auf den fünf Prinzipien Konsumenten-, Gewässer- und Emissionsschutz sowie Arbeitssicherheit und Ressourcenproduktivität.
bluesign-Siegel finden sich vor allem an Textilien aus Synthetik-Fasern wie z.B. Outdoor-Kleidung. Dabei dürfen nur die Produkte das bluesign® Siegel tragen, die zu mindestens 90 Prozent den bluesign-Kriterien entsprechen."
® Standard

Cradle-to-CradleCradle-to-Cradle bedeutet „von der Wiege bis zur Wiege“ und meint, biologische Stoffe wieder in biologische Kreisläufe zurückzuführen. Dieses Verfahren ist an das System der Natur angelehnt: Kleidungstücke werden entsprechend so hergestellt, dass sie im Ganzen recycelt und neu produziert werden können, ohne weitere Aufspaltung und Textiltrennung. Dabei werden Materialien ökologisch und ohne giftige Substanzen erzeugt, Ressourcen ge- und nicht verbraucht und keine Abfälle produziert. Das Cradle-to-Cradle Siegel wird in fünf verschiedenen Stufen vergeben und ist direkt am Produkt zu finden.-Verfahren
Ressourcen"Der Begriff kommt aus dem Lateinischen (resurgere – „hervorquellen“) bzw. Französischen (la ressource – Mittel, Quelle). Er bezeichnet im weiteren Sinne alle Mittel, die in die Produktion von Gütern und Dienstleistungen einfließen. Zu den natürlichen Ressourcen zählen zum Beispiel Rohstoffe, Wasser, Boden und Luft. Sie werden unterschieden in regenerierbare (z.B. Wälder) und nicht regenerierbare Ressourcen (z.B. fossile Brennstoffe)."
RegeneratfasernRegeneratfasern sind chemisch hergestellte Fasern, die aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen produziert werden. Als Grundlage dient meist Holz. Regeneratfasern zählen zu der Gruppe der Chemiefasern und werden vor allem für die Herstellung von Sporttextilien, Arbeitsbekleidung und Unterwäsche verwendet. Beispiele für Regeneratfasern sind Viskose, Modal und Lyocell.
NachhaltigkeitNachhaltigkeit gilt als ökonomische oder soziale Entwicklung, die die Folgen der Entscheidungen in der Gegenwart für die Zukunft antizipiert und sie von diesen Folgen abhängig macht. In ökonomischer Hinsicht beschreibt das Konzept der Nachhaltigkeit eine Wirtschaftsweise, Gewinne bereits sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften, anstatt diese erst in Umwelt- und Sozialprojekte zu reinvestieren."
RecyclingRecycling ist das Sammeln und (teilweise) Verwerten von gebrauchten Gegenständen und Materialien als Rohstoffe für neue Produkte. Der Begriff hat seinen Ursprung im Griechischen und bedeutet "Wiederverwertung". Gesetzlich wird erst von "Recycling" gesprochen, wenn der Rohstoff zuvor als "Abfall" eingestuft war, andernfalls handelt es sich um "Wiederverwendung". Der umgangssprachliche Gebrauch des Begriffs Recycling umfasst oft beide Bedeutungen. In der wirtschaftlichen Bedeutung ist Recycling die Rückführung von Produktions- und Konsumabfällen in den Wirtschaftskreislauf.
UpcyclingUpcycling bedeutet Wiederverwertung. Es werden Produkte, die scheinbar wertlos und nutzlos sind in neue Produkte umgewandelt. Dabei geht es um die Verwendung von vorhandenem Material, welches mit neuen Rohstoffen aufgewertet wird. Das soll natürliche Rohstoffe schonen, reduziert Kosten und verursacht weniger Müll. Besonders bekannt sind Waren aus alten Gummi- und Plastikprodukten.
Ready-to-WearReady-to-wear ist der Anglizismus zum französischen Ausdruck Prêt-à-porter – „bereit zum Tragen“. Es ist das Gegenteil von Haute Couture-Mode, die von der aufwendigen Produktion und wertigen Stoffen lebt. Ready-to-wear-Labels stellen meistens Massenware in Standardgrößen her.-Labels
RedesignRedesign bezeichnet die Überarbeitung beziehungsweise die Neugestaltung alter Designprodukte und -muster. Es geht vor allem um eine Neuinterpretation von Klassikern des Designs. In der IT-Branche wird der Begriff genutzt, wenn zum Beispiel Webseiten auf den neuesten technischen und grafischen Stand gebracht werden.
HerstellungspraxisHerstellungspraktiken ist ein anderer Begriff für den Herstellungsprozess und unter welchen Arbeitsbedingungen dieser vonstatten geht. Der Gegensatz der "konventionellen Herstellungspraxis" ist die sogenannte "gute Herstellungspraxis". Hierbei wird der Entstehungsprozess der Kleidungsstücke menschenwürdiger und nachhaltiger gehandhabt. Manche Unternehmen stellen ihren Zulieferern und auch Kunden einen Leitfaden zu guten Herstellungspraktiken zur Verfügung. Somit werden klare Regeln definiert.
HandarbeitHandarbeit meint die Herstellung von Produkten, die mit der Hand und nicht mit Maschinen ausgeführt wird. Oft wird Handarbeit auch als Qulitätssiegel angesehen, da beispielsweise handgefertigte Mode seltener ist als industriell hergestellte Produkte. Mit Handarbeiten in Bezug auf Fashion können beispielsweise Nähen, Stricken oder Häkeln gemeint sein.
TextilmüllDer Begriff bezeichnet ausrangierte Textilien. Textilmüll entsteht vor allem durch die übermäßige Produktion von billiger Massenware. Dadurch werden mehr Kleidungsstücke gekauft und wieder aussortiert. Die Klamotten landen entweder in den Haushaltsabfällen, oder werden über Kleidersammlungen entsorgt. Nach Schätzungen landen in Deutschland mehr als eine Million Tonnen aussortierte Textilien im Müll.

Die Autor*innen dieses Mode-Kurzwörterbuchs sind Studierende des Masterstudiengangs Journalistik der Universität Leipzig.